Javier Marías

Alle Seelen

Inhaltszusammenfassung

KI-generierter Inhalt
Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell freigegeben.

Ein namenloser spanischer Literaturdozent erinnert sich aus zeitlicher Distanz an die zwei Jahre, die er als Gastlektor an der Universität Oxford verbracht hat. Inzwischen lebt er wieder in Madrid, ist verheiratet und Vater eines Kindes. Seine Erinnerungen folgen keiner strengen Chronologie. Vielmehr verbindet er Beobachtungen des Universitätsbetriebs, Begegnungen mit Kollegen, Spaziergänge durch Oxford und Nachforschungen über vergessene Schriftsteller mit zwei Beziehungen, die seinen Aufenthalt bestimmen: der Liebesaffäre mit Clare Bayes und der Freundschaft mit dem schwer kranken Cromer-Blake.

Als Ausländer bleibt der Erzähler in Oxford zugleich Teilnehmer und Beobachter. Seine Lehrverpflichtungen lassen ihm viel freie Zeit, während das Leben der Universität von alten Ritualen, formellen Abendessen, akademischen Rangordnungen und beständigem Klatsch geprägt ist. Viele Angehörige der Universität wirken äußerst beschäftigt, obwohl ihr Alltag vor allem aus Gesprächen, Mahlzeiten und der Pflege ihrer Stellung besteht. Der alte Pförtner Will verkörpert dagegen eine beinahe zeitlose Ruhe. Er verwechselt Namen und Jahre und scheint jeden Morgen in einer anderen Vergangenheit aufzuwachen. Auch andere Kollegen erscheinen dem Erzähler als eigentümliche, in ihren Gewohnheiten eingeschlossene Gestalten.

Sein wichtigster Vertrauter wird Cromer-Blake, ein homosexueller Literaturwissenschaftler, der ihn in die Oxforder Gesellschaft einführt. Er ist für den Erzähler Freund, Beschützer und väterliche Bezugsperson. Hinter seinem Witz und seiner gesellschaftlichen Gewandtheit verbirgt Cromer-Blake jedoch sein Privatleben ebenso wie eine schwere Krankheit. Er weiß, dass ihm vermutlich nur wenig Zeit bleibt, und versucht, Erfahrungen und Erinnerungen für ein Alter anzusammeln, das er wahrscheinlich nicht erreichen wird. Über seinen Gesundheitszustand spricht er kaum; nur allmählich erkennt der Erzähler, wie ernst seine Lage ist.

Durch Cromer-Blake lernt der Erzähler Clare Bayes kennen, die wie ihr Mann Edward an der Universität tätig ist. Clare ist verheiratet und hat einen Sohn namens Eric, der gewöhnlich außerhalb Oxfords zur Schule geht. Zwischen ihr und dem Spanier beginnt eine Affäre, die von Anfang an begrenzt erscheint: Sein Aufenthalt wird enden, während sie an ihre Familie und ihr englisches Leben gebunden bleibt. Die beiden treffen sich heimlich in seiner Wohnung oder in Hotels außerhalb Oxfords. Clare verhält sich dabei oft zerstreut und unberechenbar. Der Erzähler muss auf die Zeit achten, ihre Sachen zusammensuchen und dafür sorgen, dass keine verräterischen Spuren zurückbleiben. Obwohl beide die Vorläufigkeit ihrer Beziehung kennen, entwickelt er stärkere Erwartungen, während Clare jede Vorstellung einer dauerhaften gemeinsamen Zukunft abwehrt.

Neben dieser Affäre beschäftigt sich der Erzähler mit antiquarischen Büchern. Bei seinen Streifzügen durch Buchhandlungen sucht er besonders Werke des walisischen Schriftstellers Arthur Machen. Dabei begegnet er Alan Marriott, einem ehemaligen Buchhändler, der mit einem dreibeinigen Hund durch Oxford zieht und ihn in eine Gesellschaft von Machen-Verehrern hineinzieht. Die Suche führt den Erzähler zu John Gawsworth, einem fast vergessenen Dichter, Bibliografen und Machen-Biografen. Gawsworth, dessen bürgerlicher Name Terence Ian Fytton Armstrong lautete, war einst ein vielversprechender junger Autor, verfiel später jedoch dem Alkohol und lebte zeitweise in großer Armut. Der Erzähler sammelt verstreute Angaben über ihn und versucht, aus Büchern, Fotografien und Anekdoten ein Bild seines Lebens zusammenzusetzen.

Zu den älteren Gelehrten, die er kennenlernt, gehört Toby Rylands, ein angesehener emeritierter Professor und Freund Cromer-Blakes. Rylands erzählt von der engen Verbindung zwischen der Oxforder Universität und den britischen Geheimdiensten. Auch Alex Dewar, ein gefürchteter Kollege des Erzählers, soll wegen seiner Sprachkenntnisse und seiner Fähigkeit, Menschen auszufragen, geheimdienstliche Aufgaben übernommen haben. Diese Berichte passen zu einer Umgebung, in der viele Menschen ihr eigenes Leben verbergen, zugleich aber möglichst viel über andere erfahren wollen.

Die Beziehung zu Clare gerät ins Stocken, als Eric krank wird und längere Zeit bei seinen Eltern bleibt. Clare zieht sich zurück, und der Erzähler empfindet ihre Unerreichbarkeit immer stärker. Vorübergehend schläft er mit Muriel, einer Frau, die ihm durch einen Bekannten vorgestellt wird, doch diese Begegnung ändert nichts an seiner Bindung an Clare. Als er Clare eines Tages mit Eric und ihrem Vater im Ashmolean Museum sieht, ignoriert sie ihn. Er folgt der Familie bis in ein Restaurant und setzt sich in ihre Nähe, ohne dass es zu einer offenen Aussprache kommt. Kurz vor seiner Abreise erwägt er dennoch, Clare vorzuschlagen, mit ihm nach Madrid zu gehen.

Um Cromer-Blake um Rat zu bitten, sucht er dessen Büro auf. Dort hört er zufällig, wie sein Freund einen jungen Mann anfleht, erneut mit ihm zu schlafen. Der Mann weigert sich, auch aus Rücksicht auf Cromer-Blakes indischen Arzt Dayanand, mit dem offenbar ebenfalls eine persönliche Beziehung besteht. Der Erzähler zieht sich unbemerkt zurück. Die Szene zeigt ihm die Einsamkeit und Verzweiflung seines Freundes, ohne dass beide später darüber sprechen.

Die letzte entscheidende Begegnung mit Clare findet in einem Hotel in Brighton statt. Statt eine gemeinsame Zukunft zu planen, erzählt sie ihm von ihrer Kindheit in Indien. Ihre Mutter, ebenfalls Clare genannt, hatte dort eine Beziehung mit einem Mann namens Terry Armstrong und wurde schwanger, ohne sicher zu wissen, ob ihr Ehemann oder ihr Geliebter der Vater war. Clares Vater verstieß seine Frau; das Kind blieb bei ihm und wurde vor allem von einem Kindermädchen betreut. Bei einer letzten Begegnung auf einer Brücke sprang Clares verzweifelte Mutter in den Tod, während der junge Terry hilflos zurückblieb. Der Erzähler vermutet, dass dieser Terry mit Terence Ian Fytton Armstrong, also John Gawsworth, identisch gewesen sein könnte. Damit verbindet sich seine antiquarische Suche unerwartet mit Clares Familiengeschichte. Gewissheit erhält er jedoch nicht.

Nach der Nacht in Brighton kehren Clare und der Erzähler nach Oxford zurück. Eine gemeinsame Zukunft gibt es nicht. Am Ende seines Aufenthalts veranstaltet er eine kleine Abschiedsfeier und fährt anschließend allein ab, weil Cromer-Blake bereits zu krank ist, um ihn zu begleiten. Auf dem Weg zum Bahnhof sieht er Edward Bayes mit einer jungen Frau und vermutet, dass auch Clares Mann eine Affäre haben könnte. Das Wissen verändert jedoch nichts mehr. Der Erzähler kehrt nach Madrid zurück; Cromer-Blake und später auch Toby Rylands sterben. Clare bleibt am Leben, doch auch sie gehört nun zu den Gestalten eines abgeschlossenen Abschnitts, die nur in seiner Erinnerung und durch seine Erzählung miteinander verbunden bleiben.

Automatisch erstellt am 12.08.2026, 00:28 Uhr.

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Vorstellung im Literaturkreis

Vorgestellt von Franzi
17. August 2022
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