Dai Sijie

Balzac und die kleine chinesische Schneiderin

Inhaltszusammenfassung

KI-generierter Inhalt
Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell freigegeben.

Anfang 1971 werden der siebzehnjährige Ich-Erzähler und sein ein Jahr älterer Freund Luo während der chinesischen Kulturrevolution zur Umerziehung in ein abgelegenes Bergdorf geschickt. Obwohl die beiden nur eine unvollständige Schulbildung besitzen, gelten sie wegen ihrer Familien als verdächtige Intellektuelle: Die Eltern des Erzählers sind Ärzte, Luos Vater ist ein bekannter Zahnarzt, der öffentlich als Volksfeind verurteilt wurde. Das Dorf liegt auf dem schwer zugänglichen Berg „Phönix des Himmels“. Bei ihrer Ankunft untersucht der Dorfvorsteher das Gepäck der Jungen und hält die Violine des Erzählers für ein bürgerliches Spielzeug, das verbrannt werden müsse. Luo rettet das Instrument, indem er ein Mozartstück kurzerhand als „Mozart denkt an den Vorsitzenden Mao“ bezeichnet.

Der Alltag der Freunde besteht aus schwerer körperlicher Arbeit. Sie tragen menschliche Ausscheidungen zur Düngung auf die Felder und müssen zeitweise in einem gefährlichen Kohlebergwerk arbeiten. Eine Rückkehr in die Stadt erscheint nahezu ausgeschlossen. Eine gewisse Erleichterung verschaffen ihnen ihre besonderen Fähigkeiten: Der Erzähler spielt Violine, Luo kann ausgezeichnet Geschichten erzählen. Der Dorfvorsteher schickt sie gelegentlich in die Kreisstadt Yong Jing, damit sie dort einen Film ansehen und anschließend den Dorfbewohnern die gesamte Handlung vorspielen und nacherzählen. Diese mündlichen Filmvorführungen machen die beiden im Dorf beliebt und befreien sie jeweils für einige Tage von der Feldarbeit.

Auf dem Berg lernen sie die Tochter eines weit umherziehenden Schneiders kennen. Die als Kleine Schneiderin bezeichnete junge Frau gilt als die Schönheit der Gegend. Sie besitzt kaum Schulbildung, ist jedoch neugierig und hört den Erzählungen der Jungen aufmerksam zu. Luo fühlt sich sofort zu ihr hingezogen, erklärt aber zunächst, sie sei ihm nicht gebildet genug. Als er während der Arbeit im Bergwerk an Malaria erkrankt, bringen die Freunde ihn in ihr Dorf. Die Kleine Schneiderin pflegt ihn, legt ihm Heilkräuter auf und lässt mehrere alte Frauen an seinem Bett wachen. Der Erzähler hält die Wachenden mit einer Geschichte bei Bewusstsein; Luo ergänzt trotz seines Fiebers wirkungsvoll deren Ende. Zwischen Luo und der Kleinen Schneiderin entwickelt sich daraufhin eine Liebesbeziehung.

In einem Nachbardorf lebt ein weiterer zur Umerziehung geschickter junger Mann, den die Freunde wegen seiner starken Brille den Brillenschang nennen. Unter seinem Bett entdecken sie einen verschlossenen Lederkoffer und vermuten darin verbotene Bücher. Nachdem der Brillenschang seine Brille verloren hat und seine Arbeit kaum noch bewältigen kann, helfen Luo und der Erzähler ihm. Als Gegenleistung leiht er ihnen Balzacs Roman „Ursule Mirouët“. Für die beiden eröffnet das Buch eine Welt von Liebe, Leidenschaft und persönlichen Entscheidungen, die in den erlaubten politischen Schriften nicht vorkommt. Der Erzähler schreibt eine besonders eindrucksvolle Passage auf das Futter seiner Jacke. Luo trägt die Geschichte zur Kleinen Schneiderin und beginnt, ihr regelmäßig aus westlichen Romanen vorzulesen. Bald darauf werden die beiden ein Liebespaar.

Der Brillenschang verweigert weitere Bücher, stellt den Freunden jedoch eines in Aussicht, falls sie für ihn authentische Volkslieder sammeln. Seine Mutter, eine Dichterin, hofft, ihm durch einen Artikel über die Kultur der Bergbewohner eine Stelle bei einer revolutionären Zeitschrift und damit die Rückkehr in die Stadt zu verschaffen. Luo und der Erzähler besuchen einen alten Müller und zeichnen dessen derbe Lieder auf. Der Brillenschang hält das Ergebnis für politisch unbrauchbar und verändert die Texte im Sinne der offiziellen Ideologie. Als er tatsächlich die Erlaubnis zur Abreise erhält, schlägt die Kleine Schneiderin vor, den Koffer zu stehlen. Während des Abschiedsfestes dringen Luo und der Erzähler in sein Haus ein und nehmen die Sammlung an sich. Der Brillenschang meldet den Verlust nicht, weil er damit seinen eigenen Besitz verbotener Literatur eingestehen müsste.

Im Koffer befinden sich chinesische Übersetzungen von Werken Balzacs, Dumas’, Flauberts, Dickens’, Dostojewskis, Hugos und anderer westlicher Autoren. Die Freunde lesen die Bücher heimlich und teilen viele Geschichten mit der Kleinen Schneiderin. Luo verfolgt dabei ausdrücklich den Plan, sie durch Literatur von einem einfachen Bergmädchen in eine gebildete junge Frau zu verwandeln. Auch der Vater der Schneiderin gerät unter den Einfluss der Erzählungen. Während eines Aufenthalts im Dorf lässt er sich Abend für Abend den „Grafen von Monte Christo“ nacherzählen. Als der Dorfvorsteher davon erfährt, droht er, den Erzähler wegen der Verbreitung reaktionärer Geschichten anzuzeigen. Er verzichtet darauf, wenn Luo seinen schmerzenden Zahn behandelt. Mithilfe der Nähmaschine des Schneiders bauen die Jungen einen primitiven Bohrer und führen die Behandlung durch.

Luo und die Kleine Schneiderin treffen sich häufig an einem abgelegenen Wasserfall, wo er ihr das Schwimmen und Tauchen beibringt. Als Luo wegen der Erkrankung seiner Mutter für einen Monat in die Stadt reisen muss, bittet er den Erzähler, auf seine Geliebte aufzupassen. Dieser besucht sie täglich, hilft im Haushalt und liest ihr vor. Dabei erkennt er, dass er selbst in sie verliebt ist, verschweigt jedoch seine Gefühle aus Loyalität zu Luo. Kurz darauf vertraut ihm die Kleine Schneiderin an, dass sie von Luo schwanger ist. Eine Heirat ist wegen ihres Alters nicht möglich; zugleich sind eine uneheliche Geburt und ein Schwangerschaftsabbruch ohne entsprechende Genehmigung verboten.

Der Erzähler reist nach Yong Jing und versucht mehrere Tage lang vergeblich, medizinische Hilfe zu erhalten. Schließlich bietet er einem Gynäkologen einen der verbotenen Romane als Gegenleistung für einen heimlichen Eingriff an. Der Arzt willigt ein, und die Schwangerschaft wird beendet. Nach Luos Rückkehr verändert sich die Kleine Schneiderin zunehmend. Sie schneidet ihr langes Haar ab, lässt ihre Kleidung modern umarbeiten und tritt selbstbewusster auf. Einige Monate später verlässt sie ohne vorherige Ankündigung ihren Vater und die beiden Jungen, um in der Stadt ein neues Leben zu beginnen. Luo und der Erzähler holen sie auf dem Weg ins Tal ein, können sie jedoch nicht umstimmen. Sie erklärt Luo, Balzac habe sie erkennen lassen, dass die Schönheit einer Frau ein unschätzbarer Schatz sei. Luo begreift, dass die von ihm beabsichtigte Veränderung sie nicht an ihn gebunden, sondern von ihm unabhängig gemacht hat. Verzweifelt und betrunken verbrennt er die gestohlenen Bücher, während die Kleine Schneiderin den Berg endgültig verlässt.

Automatisch erstellt am 12.08.2026, 09:02 Uhr.

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Vorstellung im Literaturkreis

Vorgestellt von Angela
21. April 2026
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