Dörte Hansen

Zur See

Inhaltszusammenfassung

KI-generierter Inhalt
Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell freigegeben.

Der Roman spielt auf einer namenlosen Nordseeinsel, die etwa eine Fährstunde vom Festland entfernt liegt. Seit fast dreihundert Jahren lebt dort die Familie Sander. Ihre Geschichte ist eng mit der Seefahrt verbunden: Die männlichen Vorfahren waren Walfänger, Seeleute und Kapitäne, während die Frauen auf der Insel blieben, die Häuser bewahrten, Kinder großzogen und auf die Rückkehr der Männer warteten. In der Gegenwart besteht die Familie aus Hanne und Jens Sander sowie ihren erwachsenen Kindern Ryckmer, Eske und Henrik. Sie gehören weiterhin zur Insel, führen jedoch längst kein gemeinsames Familienleben mehr.

Hanne lebt in einem alten Kapitänshaus, dessen Zaun teilweise aus Walknochen besteht. Als ihre Kinder klein waren und Jens zur See fuhr, vermietete sie deren Zimmer an Badegäste. Während der Saison mussten Ryckmer, Eske und später Henrik ihre eigenen Räume räumen. Hanne arbeitete ununterbrochen für die Gäste und hatte wenig Zeit für ihre Familie. Inzwischen bevorzugen Urlauber Hotels, Wellnessangebote und komfortable Ferienhäuser, sodass Hanne die Zimmervermietung aufgegeben hat. Stattdessen führt sie Besucher in traditioneller Tracht durch ihr früheres Elternhaus, das zum Museum geworden ist. Die Arbeit hält sie in Bewegung und bewahrt sie davor, sich mit ihrer Ehe und den Schwierigkeiten ihrer Kinder auseinanderzusetzen.

Jens war wie seine Vorfahren Seemann, fühlte sich jedoch weder auf den Schiffen noch innerhalb seiner Familie am richtigen Platz. Nachdem er die Seefahrt beendet hatte, zog er nicht dauerhaft zu Hanne zurück, sondern übernahm eine Vogelwarte in einem abgelegenen Schutzgebiet. Dort lebt er seit rund zwanzig Jahren allein in einer einfachen Hütte, zählt Vögel und präpariert tote Tiere. Erst als der junge Ornithologe Jonas bei ihm einzieht und später seine Aufgaben übernimmt, bemerkt Jens sein Bedürfnis nach menschlicher Nähe. Er beginnt, das alte Familienhaus zunächst heimlich zu besuchen, und kehrt schließlich zu Hanne zurück. Die beiden finden nicht zu einer vertrauten Ehe zurück, teilen aber wieder Tisch und Alltag miteinander.

Der älteste Sohn Ryckmer hat die Familientradition fortgesetzt und war Kapitän auf großer Fahrt. Eine Begegnung mit einer gewaltigen Welle hat ihn dauerhaft erschüttert. Seitdem leidet er unter Angstvorstellungen, beschäftigt sich zwanghaft mit Wetterdaten, Sturmfluten und steigenden Wasserständen und erwartet eine Katastrophe, die die Insel vernichten könnte. Hinzu kommt eine Verletzung aus seiner Kindheit: Einer der damaligen Feriengäste missbrauchte ihn, während die Familie die Besucher in ihr Leben einbezog. Ryckmer versucht, seine Erinnerungen und Ängste mit Alkohol zu unterdrücken. Er verliert sein Kapitänspatent, zieht wieder bei Hanne ein und arbeitet nur noch als Decksmann auf der Inselfähre, wo sein Äußeres den Touristen als vermeintlich echtes Bild eines Seemanns erscheint.

Als Ryckmer betrunken auf der Fähre einschläft, kündigt er selbst, bevor sein Arbeitgeber ihn entlassen muss. Später erhält er eine neue Aufgabe als Kapitän eines kleinen Schiffes, mit dem Seebestattungen durchgeführt werden. Damit kann er wieder Verantwortung auf dem Wasser übernehmen, bleibt aber von seiner Sucht und seinen düsteren Vorahnungen geprägt. Die Veränderungen von Klima und Natur scheinen seine Befürchtungen zu bestätigen: Winterstürme treten zu ungewohnten Zeiten auf, und sogenannte Kükenfluten zerstören die Nester der Seevögel. Ryckmer erkennt, dass die überlieferten Erfahrungen der Inselbewohner immer weniger ausreichen, um die Zukunft einzuschätzen.

Eske, fünf Jahre jünger als Ryckmer, arbeitet als Altenpflegerin. Sie hatte die Insel zeitweise verlassen und ein Studium begonnen, kehrte jedoch zurück. Ihre Zuneigung gilt den alten Bewohnern, deren Lebensgeschichten und aussterbende Sprache sie auf Tonband festhält. Die Aufnahmen bringt sie dem Sprachforscher Flemming Jespersen auf dem Festland, einem früheren Gast der Sanders, der von Ryckmers Missbrauch erfahren hatte. Den Touristen begegnet Eske feindselig, weil sie sich daran erinnert, wie die Gäste während ihrer Kindheit das Haus und die Aufmerksamkeit ihrer Mutter beanspruchten. Zugleich sieht sie, wie die traditionelle Inselkultur für Besucher nachgespielt wird, obwohl Fischerei und Seefahrt als Lebensgrundlagen weitgehend verschwunden sind.

Einmal jährlich verbringt Eske mehrere Wochen bei ihrer Freundin Freya auf dem Festland und lässt sich von ihr tätowieren. Freya versucht später, für längere Zeit auf der Insel zu leben. Dabei zeigt sich jedoch, dass Eske zwar eine Beziehung außerhalb ihrer Familie und ihrer Arbeit sucht, sich aber nicht von der Insel lösen kann. Freya bleibt dort fremd, während Eske zwischen ihrer Bindung an sie und ihrer Verantwortung für die alten Menschen und die überlieferte Inselwelt steht. Ob die Beziehung Bestand haben wird, bleibt offen.

Henrik, der jüngste Sohn, ist als erster Mann der Familie nie zur See gefahren. Seit seiner Jugend läuft er barfuß am Strand entlang und sammelt Holz, Netze und andere Gegenstände, die das Meer anspült. In einem Schuppen verarbeitet er die Fundstücke zu Kunstwerken. Was Hanne lediglich wie zusammengezimmerte Vogelscheuchen erscheint, findet bei wohlhabenden Inselbewohnern und Gästen Anerkennung und wird zu hohen Preisen verkauft. Henrik lebt mit der Webdesignerin Jana zusammen und wirkt zunächst als einziges Familienmitglied mit seinem Dasein versöhnt. Tatsächlich bleibt er jedoch ein Einzelgänger, der sich stärker dem Strand und dem Wasser als anderen Menschen verbunden fühlt.

Während des erzählten Jahres strandet ein großer Pottwal auf der Insel und erstickt unter seinem eigenen Gewicht. Die Bewohner, deren Vorfahren einst Wale jagten, können dem Tier nicht helfen und sind auf Fachleute vom Festland angewiesen. Hanne lässt den Kadaver präparieren und sammelt Spenden, um das Skelett beim Museum auszustellen. Das Ereignis wird rasch in den touristischen Inselbetrieb aufgenommen. Parallel dazu verliert der Inselpastor Matthias Lehmann, dessen Frau zunehmend auf dem Festland lebt, den Halt. Er zweifelt an seinem Glauben und an seiner Fähigkeit, den Menschen Trost zu geben.

Die einschneidendste Veränderung trifft schließlich die Familie Sander. Kurz nach Henriks dreißigstem Geburtstag beobachtet Pastor Lehmann, wie Henrik weit ins Meer hinausschwimmt und nicht zurückkehrt. Die Rettungskräfte suchen vergeblich; sein Körper wird nicht gefunden. Ob Henrik bewusst den Tod gesucht oder die Gefahr unterschätzt hat, wird nicht eindeutig geklärt. Sein Verschwinden zwingt die Familie, einen Verlust anzunehmen, für den es weder einen Leichnam noch eine abschließende Erklärung gibt. Jens ist inzwischen ins Haus zurückgekehrt, Ryckmer hat wieder ein Schiff übernommen und Eske bewahrt die Stimmen der Alten, doch Henriks Tod verändert ihr Leben mit voller Wucht. Die Familie besteht weiter, während ihre überlieferten Rollen, ihre Gemeinschaft und die vertraute Inselwelt zunehmend zerfallen.

Automatisch erstellt am 12.08.2026, 08:44 Uhr.

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Vorstellung im Literaturkreis

Vorgestellt von Andreas
23. September 2025
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