Behzad Karim Khani
Hund, Wolf, Schakal
Inhaltszusammenfassung
KI-generierter InhaltSaam wächst während des Iran-Irak-Krieges in Teheran auf. Sein Alltag ist von Raketenangriffen und von der Abwesenheit seiner Mutter geprägt. Sie war politisch aktiv, wurde im berüchtigten Evin-Gefängnis gefoltert und schließlich hingerichtet. Saams Vater Jamshid gehörte als Kommunist zu den Gegnern des Schah-Regimes und galt einst als revolutionärer Kämpfer. Bei einem Anschlag wurde ihm ein Bein zerschossen; eine Prothese lehnt er später aus Stolz ab. Nach dem Sieg der Islamisten sind auch die früheren kommunistischen Revolutionäre bedroht. Jamshid erkennt, dass er für sich und seine Söhne Saam und Nima im Iran keine Zukunft mehr hat. Mit falschen Papieren verlässt die Familie das Land und gelangt über Istanbul nach Deutschland.
Ende der achtziger Jahre beginnen die drei ein neues Leben in Berlin-Neukölln. Saam ist elf Jahre alt, Nima noch jünger. Die Familie lebt zunächst von staatlicher Unterstützung, später arbeitet Jamshid als Taxifahrer. Der ehemalige Revolutionär und Intellektuelle empfindet seine neue Existenz als sozialen Abstieg. Deutschland bleibt ihm fremd, und er bewahrt seine Würde durch eine beinahe unnachgiebige Ablehnung von Geschenken und Mitleid. Seine wenigen sozialen Kontakte findet er unter iranischen Exilanten, mit denen er Backgammon spielt und über Politik spricht. Zu seinen Söhnen kann er dagegen kaum Nähe herstellen. Über den Tod der Mutter und die gemeinsame Vergangenheit wird nicht offen gesprochen. Je weiter Saam sich von ihm entfernt, desto stärker wird das Verhältnis zwischen Vater und Sohn von Schweigen bestimmt.
In der Schule erfahren Saam und Nima wegen ihrer Herkunft, ihrer gebrauchten Kleidung und ihrer billigen Schuhe Demütigungen. Saam reagiert besonders empfindlich auf alles, was er als Herabsetzung versteht. Er möchte weder bemitleidet noch als bedürftig behandelt werden. An der Hauptschule lernt er den libanesischen Jungen Heydar kennen. Heydar besitzt teure Markenkleidung, trägt ein Messer und verschafft sich die Dinge, die er haben will, durch Drohung und Gewalt. Er schenkt Saam ein Paar Nike-Schuhe und nimmt ihn in seine Welt auf. Durch ihn begegnet Saam auch den älteren Brüdern und Freunden, die im Viertel mit gestohlener Ware handeln und eine kriminelle Gruppe bilden.
Saam begreift rasch, dass auf der Straße nicht schulischer Erfolg, sondern die Fähigkeit zur Gewalt über Ansehen und Sicherheit entscheidet. Zunächst beteiligt er sich an kleineren Geschäften und verkauft Kleidung aus zweifelhafter Herkunft. Bei einer brutalen Mutprobe beweist er, dass er bereit ist, einen Gegner der Gruppe zusammenzuschlagen. Die Tat verschafft ihm den ersehnten Respekt und verändert seine Stellung im Viertel. Von nun an wird er als Schläger eingesetzt. Saam redet sich ein, er müsse stark werden, um den jüngeren Nima zu schützen und die Rolle des Familienoberhaupts zu übernehmen, die Jamshid seiner Ansicht nach nicht mehr ausfüllt. Tatsächlich gerät er immer tiefer in eine Ordnung, in der jede Schwäche ausgenutzt und jede Kränkung vergolten wird.
Mit dem Heranwachsen der Jugendlichen verändern sich auch die Geschäfte. Auf Hehlerei und den Verkauf von Kleidung folgen Drogenhandel, Erpressung und bewaffnete Überfälle. Saam und Heydar bleiben eng verbunden, doch ihre Freundschaft ist untrennbar mit dem kriminellen Milieu verknüpft. Saam entwickelt sich zu einem gefürchteten Mann, dessen Ruf auf der Bereitschaft beruht, andere schwer zu verletzen. Bei einem Überfall auf eine Apotheke trifft er jedoch auf einen bewaffneten Apotheker. Saam wird in den Oberarm geschossen. Die Verletzung führt schließlich zu seiner Festnahme und zu einer Verurteilung wegen schweren Raubes. Er muss für sechs Jahre ins Gefängnis.
Auch in Haft setzt sich die Gewalt fort. Bereits in einem Gefangenentransport schlägt Saam einen Mitgefangenen zusammen. Weitere Auseinandersetzungen bringen ihn für längere Zeit in Isolationshaft. Die Abgeschlossenheit schädigt ihn psychisch; Wahrnehmungen, Erinnerungen und halluzinatorische Erscheinungen gehen ineinander über. Zugleich beginnt er manisch zu lesen und absolviert eine Ausbildung zum Koch. Äußerlich scheint er damit eine Möglichkeit für einen anderen Lebensweg zu finden. Innerlich bleibt er jedoch von Angst, Aggression und den Erfahrungen der Isolation beherrscht. Die Jahre im Gefängnis lösen ihn nicht aus der alten Ordnung, sondern machen es ihm noch schwerer, außerhalb ihrer Regeln zu bestehen.
Nima schlägt zunächst einen anderen Weg ein. Er besucht das Gymnasium, wird Skater und lernt Jo kennen, ein deutsches Mädchen aus einem wohlhabenden, kulturell interessierten Elternhaus. Jos Familie nimmt ihn freundlich auf. Die gut gemeinte Offenheit empfindet Nima jedoch zunehmend als bevormundend. Jos Eltern behandeln seine Herkunft mit einer Neugier, durch die er sich zum Gegenstand ihrer Vorstellungen vom Iran und von gelungener Integration gemacht fühlt. Jos Vater vermittelt ihm ungefragt eine Stelle in einem gehobenen italienischen Restaurant. Nima erträgt diese Form der Fürsorge eine Zeit lang, beendet dann aber die Beziehung zu Jo und gibt den Arbeitsplatz auf. Als in seinem Umfeld zunächst Cannabis, später Tabletten und Kokain verkauft werden, steigt auch er in den Drogenhandel ein. Damit erweist sich die Hoffnung, wenigstens der jüngere Bruder könne dauerhaft ein bürgerliches Leben führen, als trügerisch.
Jamshid muss beobachten, wie ihm beide Söhne entgleiten. Seine politische Vergangenheit, seine Bildung und sein Stolz helfen ihm nicht, sie zu erreichen. Saam bleibt während der Haft in der Welt der alten Feindschaften gefangen, während Nima sich auf seine eigene Weise in demselben Milieu einrichtet. Nach Jahren wird Saam in den offenen Vollzug und schließlich zurück in die Freiheit entlassen. Heydar erwartet ihn, doch Saam ist psychisch beschädigt und findet keinen tragfähigen Platz außerhalb des Gefängnisses. Zudem ist eine alte Rechnung nicht vergessen: Ein Mann, den Saam früher schwer misshandelt und entstellt hat, lässt ihn durch einen fünfzehnjährigen Nachwuchskiller töten. Der Jugendliche fährt Saam mit einem Fahrzeug an und erschießt ihn anschließend. Saams Tod beendet seine persönliche Geschichte, nicht aber die Gewaltordnung, in der bereits die nächste Generation bereitsteht, sich durch eine ebenso brutale Tat einen Namen zu machen.
Automatisch erstellt am 12.08.2026, 08:41 Uhr.
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