Katharina Münk

Die Insassen

Inhaltszusammenfassung

KI-generierter Inhalt
Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell freigegeben.

Dr. Wilhelm Löhring hat als Finanzvorstand eines großen Versicherungskonzerns Karriere gemacht und sein gesamtes Leben der Arbeit untergeordnet. Als er seinen Posten verliert und einen Aufhebungsvertrag unterschreibt, weigert er sich, die Entlassung als Tatsache anzuerkennen. Er erscheint weiterhin im Unternehmen, verhält sich wie ein amtierendes Vorstandsmitglied und denkt sogar über eine Klage auf Wiedereinstellung nach. Seine Frau und frühere Kollegen erkennen, dass er psychisch schwer erkrankt ist. Um ihn ohne offenen Widerstand in Behandlung bringen zu können, lässt seine Frau ihn glauben, sie habe die exklusive psychiatrische Klinik St. Ägidius bei Frankfurt gekauft. Löhring wird deshalb nicht als einsichtiger Patient aufgenommen, sondern in der Überzeugung, er solle das Haus als neuer Eigentümer wirtschaftlich sanieren.

In St. Ägidius deutet Löhring den Klinikalltag konsequent nach den Maßstäben seiner früheren Berufswelt. Ärzte und Therapeuten betrachtet er als Führungskräfte, Stationen als Betriebseinheiten und therapeutische Angebote als unzureichend organisierte Arbeitsprozesse. Schnell entwickelt er eine unternehmerische Vision: Angesichts der wachsenden Zahl ausgebrannter und überforderter Führungskräfte hält er spezialisierte Privatkliniken für einen Zukunftsmarkt. Aus St. Ägidius soll der Ausgangspunkt einer internationalen Klinikkette werden, die nach erfolgreicher Sanierung an die Börse gebracht werden kann. Obwohl Löhring gelegentlich spürt, dass mit seiner Wahrnehmung etwas nicht stimmt, verdrängt er jeden Zweifel und beginnt mit der Umsetzung seines Plans.

Die notwendigen Mitarbeiter findet er in seiner Bezugsgruppe. Keith Winter war ein außergewöhnlich erfolgreicher Private-Equity-Manager, bis er unter der beruflichen Belastung zusammenbrach. Nachdem er in einem Wutanfall das Navigationsgerät eines Mietwagens zerstört hatte, wurde er später ohne Schuhe am Straßenrand gefunden, wo er vorbeifahrende Autos zählte. Anders als Löhring weiß Winter, dass er krank ist. Er meidet Blickkontakt, spricht häufig nur in knappen Stichwörtern und sucht Sicherheit in Zahlen, Berechnungen und sich wiederholenden Tätigkeiten. Seine analytischen Fähigkeiten sind jedoch erhalten geblieben. Im klinikeigenen Gewächshaus findet er zunächst mehr Ruhe als in der Finanzwelt.

Hubert Wienkamp, ehemals Personalchef eines großen Beratungsunternehmens, hat ungefähr zwanzig Jahre seines Lebens aus seinem Gedächtnis gelöscht. Mit seiner früheren, rücksichtslosen Managerpersönlichkeit kann oder will er sich nicht mehr identifizieren. Stattdessen versteht er sich nun als freundlicher Seelsorger und bezeichnet seine Tätigkeit als „Soul Management“. Er begegnet den Mitpatienten mit hilfsbereiter Geschäftigkeit, ohne die Widersprüche seiner neuen Identität zu erkennen. Karin Schlick, eine ehemalige Chefsekretärin, besitzt von den vier Gruppenmitgliedern den deutlichsten Bezug zur Realität. Jahrelang hat sie einen unfähigen und undankbaren Vorgesetzten organisatorisch gestützt. Nach einer weiteren Demütigung verlor sie die Kontrolle und überschüttete ihn mit dem Inhalt eines Lochers. Depressionen und eine schwere persönliche Krise führten anschließend zu ihrer Einweisung.

Löhring versucht, die drei für sein Unternehmen zu gewinnen. Wienkamp sagt aus Hilfsbereitschaft zu und übernimmt Aufgaben im Personal- und Kommunikationsbereich. Winter betrachtet den Plan als Versuchsanordnung: Sollte ein von Psychiatriepatienten erfundener Börsengang tatsächlich funktionieren, wäre für ihn bewiesen, dass die Finanzwelt selbst nach irrationalen Regeln arbeitet. Karin hält das Projekt für offenkundig wahnsinnig und weist auf die rechtlichen und organisatorischen Hindernisse hin. Schließlich beteiligt sie sich dennoch. Sie betrachtet die Arbeit als Belastungsprobe und will zeigen, dass ihre Fähigkeiten über die Rolle einer bloßen Zuarbeiterin hinausgehen. Zugleich erkennt sie, dass Täuschung, Manipulation und geschönte Darstellungen auch in ihren früheren Unternehmen zum normalen Geschäftsalltag gehörten.

Mit einem gefundenen Blackberry, einem Stationscomputer und Löhrings weiterhin brauchbaren Kontakten beginnen die vier, eine Unternehmensstruktur aufzubauen. Karin erhält im Rahmen ihrer Therapie stundenweise Aufgaben im Büro der Klinikleitung und gewinnt dadurch Zugang zu internen Unterlagen, Terminen und Kommunikationswegen. Sie organisiert Korrespondenz, bereitet Dokumente vor und sorgt dafür, dass Löhrings Anweisungen nach außen professionell wirken. Winter entwickelt Zahlenmodelle, Prognosen und einen überzeugenden Geschäftsplan. Wienkamp liefert mit seinem „Soul Management“ die passende Personal- und Markenidee. Gemeinsam entwerfen sie die Soul Management Group beziehungsweise eine Unternehmensgruppe rund um St. Ägidius, entwickeln ein Logo und präsentieren die Klinik als zukunftsträchtiges Angebot für erschöpfte Spitzenkräfte.

Die Ärzte und Pfleger bemerken lange nicht, was geschieht. Löhrings geschäftliche Aktivitäten werden als Bestandteil seiner Therapie missverstanden. Seine Therapeutin deutet sein Interesse an anderen Patienten sogar als Fortschritt, während er tatsächlich seine Mitarbeiter führt. Die Klinikleitung ist schlecht organisiert, und nach außen findet ein Großteil der Kommunikation telefonisch oder elektronisch statt. Löhrings bekannter Name, Winters fachliche Präzision und Karins professionelles Auftreten erzeugen genügend Glaubwürdigkeit, sodass Banken und Geschäftspartner die Angaben kaum überprüfen. Ein befreundeter Bankier lässt sich von dem Konzept überzeugen und stellt die für den Börsengang erforderliche Unterstützung in Aussicht.

Erst der Banker Christian Steinfeld wird misstrauisch. Widersprüche in den Unterlagen und den Abläufen veranlassen ihn, St. Ägidius genauer zu untersuchen. Damit droht das gesamte Vorhaben aufzufliegen. Löhring und seine Mitstreiter reagieren jedoch mit denselben Mitteln, mit denen sie das Projekt aufgebaut haben: Sie nutzen die unklaren Zuständigkeiten, die besondere Umgebung der Psychiatrie und das Vertrauen, das ihnen ihre berufliche Reputation verschafft. Steinfelds Warnungen dringen nicht zu den entscheidenden Personen durch. Statt als sachlicher Kontrolleur wahrgenommen zu werden, gerät er selbst in den Verdacht, die Situation falsch einzuschätzen. Der Coup wird deshalb nicht rechtzeitig gestoppt.

Der Börsengang gelingt. Die Geschäftswelt akzeptiert das von vier Patienten entworfene Unternehmen, weil Zahlen, Präsentation und Kontakte den üblichen Erwartungen entsprechen. Nach Abschluss des Projekts gehen die vier unterschiedliche Wege. Karin und Winter bleiben dem überschaubaren Leben in St. Ägidius verbunden und arbeiten erfolgreich in der klinikeigenen Gärtnerei. Wienkamp findet mit seiner seelsorgerischen Selbstdarstellung eine neue Aufgabe im Fernsehen. Löhring kehrt dagegen in die Öffentlichkeit und in die Wirtschaft zurück. Er wird erneut als erfolgreicher Sanierer gefeiert und deutet den Ausgang als Bestätigung seiner beruflichen Fähigkeiten. Seine Überzeugung, zum Erfolg bestimmt zu sein, bleibt bestehen, obwohl der vermeintliche Triumph aus einer psychischen Krise, Täuschungen und der unkritischen Funktionsweise der Finanzwelt hervorgegangen ist.

Automatisch erstellt am 12.08.2026, 08:33 Uhr.

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Vorstellung im Literaturkreis

Vorgestellt von Christoph
11. Juni 2025
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