Benedict Wells
Vom Ende der Einsamkeit
Inhaltszusammenfassung
KI-generierter InhaltDer Roman beginnt 2014 im Krankenhaus. Der einundvierzigjährige Jules Moreau ist nach einem schweren Motorradunfall aus dem Koma erwacht. Während seine körperlichen Verletzungen behandelt werden, erinnert er sich an sein bisheriges Leben und an die Verluste, die es geprägt haben. Zunächst weist er den Verdacht seines Bruders Marty zurück, er könne absichtlich von der Straße abgekommen sein. Erst allmählich stellt er sich der Möglichkeit, dass der Unfall ein Selbsttötungsversuch war. Seine rückblickende Erzählung setzt bei der zunächst behüteten Kindheit der Geschwister Liz, Marty und Jules in München ein.
Die drei Kinder wachsen bei ihrer deutschen Mutter Magdalena und ihrem französischen Vater Stéphane Moreau auf. Sie sind charakterlich sehr verschieden: Liz sucht Aufmerksamkeit und Bewunderung, Marty ist verschlossen, sachlich und technisch begabt, während Jules zunächst ein mutiger und abenteuerlustiger Junge ist. Wiederkehrende Ferien verbringt die Familie im südfranzösischen Berdillac, der Heimat des Vaters. Anfang 1984 sterben beide Eltern bei einem Autounfall. Die Kinder werden von ihrer Tante Helene betreut, die sie in einem staatlichen Internat unterbringt. Obwohl alle drei dieselbe Einrichtung besuchen, leben sie in getrennten Bereichen und verlieren den engen Kontakt zueinander.
Der Tod der Eltern verändert jedes der Geschwister. Jules wird unsicher, still und verträumt. Im Internat findet er kaum Anschluss und wird von älteren Schülern schikaniert. Bei einem besonders demütigenden Übergriff hilft ihm Toni Brenner, Martys Zimmergenosse. Marty zieht sich zunehmend in die Welt der Computer zurück und entwickelt zwanghafte Verhaltensweisen. Liz tritt betont selbstbewusst und rebellisch auf, versucht ihren Schmerz jedoch mit Alkohol, Drogen, wechselnden sexuellen Beziehungen und provokantem Verhalten zu verdrängen. Nach einem Streit während eines Weihnachtsbesuchs bei Tante Helene verlässt sie schließlich die Schule.
Jules’ wichtigste Bezugsperson im Internat wird seine Mitschülerin Alva. Beide interessieren sich für Literatur und Musik und teilen die Erfahrung eines frühen Verlustes: Alva leidet unter dem ungeklärten Verschwinden ihrer Schwester Josephine. Zwischen ihr und Jules entsteht eine enge, aber zunächst platonische Freundschaft. Jules verliebt sich in Alva, spricht seine Gefühle jedoch nicht offen aus. Nach dem Abitur schlägt er ihr vor, mit ihm nach München zu ziehen. Als er sie kurz darauf unangekündigt besucht und mit einem anderen Mann antrifft, fühlt er sich zurückgewiesen und bricht den Kontakt ab.
Im Erwachsenenleben suchen die Geschwister getrennt nach Halt. Jules beginnt ein Jurastudium, gibt es jedoch auf und zieht nach Hamburg. Lange versucht er erfolglos, als Fotograf zu arbeiten. Später wechselt er nach Berlin und arbeitet für ein Musiklabel. Liz lebt ebenfalls in Berlin. Nach Jahren voller unsteter Beziehungen verlobt sie sich mit dem Jazzpianisten Robert Schwan, erleidet aber einen Zusammenbruch, als er sie verlässt; außerdem lässt sie eine Schwangerschaft abbrechen. Danach holt sie das Abitur nach und studiert auf Lehramt. Marty dagegen ist beruflich sehr erfolgreich: Er gründet ein IT-Unternehmen, verkauft es gewinnbringend und wird Hochschullehrer. Mit der Psychologin Elena führt er eine beständige Beziehung. Vor allem Marty bemüht sich darum, die Geschwister wieder einander anzunähern.
Nach seinem dreißigsten Geburtstag nimmt Jules erneut Kontakt zu Alva auf. Bei einem Treffen erfährt er, dass sie mit dem wesentlich älteren russischen Schriftsteller Alexander Nikolaj Romanow verheiratet ist. Jahre später besucht Jules das Paar in einem Chalet im schweizerischen Eigenthal. Alexander lädt ihn ein, länger zu bleiben, und Jules gibt seine Arbeit in Berlin auf. Er beginnt selbst zu schreiben und freundet sich mit Alexander an. Dieser leidet an Krebs und an fortschreitender Alzheimerdemenz. Er erkennt die tiefe Verbindung zwischen Alva und Jules, verlangt aber, dass sie zu seinen Lebzeiten keine Beziehung beginnen. Dennoch werden Jules und Alva ein Paar. Alexander bemerkt den Verrat und reagiert verletzt und wütend.
Als Alexanders Einweisung in ein Pflegeheim bevorsteht, findet Jules ihn verwirrt im Keller des Hauses. Jules versteht, dass Alexander sich das Leben nehmen wollte, und gibt ihm eines seiner Gewehre. Anschließend verlässt er den Keller; Alexander erschießt sich. Jules trägt damit eine schwere moralische Verantwortung. Nach Alexanders Tod stellt er einen Erzählband zusammen, der neben Texten Romanows auch zwei von Jules verfasste Geschichten enthält. Auf Alexanders Wunsch erscheinen sämtliche Texte unter dessen Namen. Jules und Alva können nun offen zusammenleben. Sie heiraten, ziehen nach München und bekommen die Zwillinge Luise und Vincent. Jules findet Arbeit als Lektor, während Alva Philosophie studiert und an einer Dissertation arbeitet.
Das Familienleben gibt Jules erstmals seit dem Tod seiner Eltern dauerhaften Halt. Auch die Beziehungen zu Marty, Elena und Liz werden enger. Anfang 2013 erkrankt Alva jedoch an Leukämie. Eine Chemotherapie scheint zunächst erfolgreich zu sein, doch die Krankheit kehrt zurück und kann schließlich nur noch palliativ behandelt werden. Marty und Elena unterstützen die Familie und kümmern sich um die Kinder. Liz dagegen flieht zunächst vor der Situation und reist nach Indien. Alva stirbt im August 2014 im Alter von einundvierzig Jahren. Jules, der den erneuten Verlust nicht bewältigen kann, fährt kurz darauf mit dem Motorrad absichtlich von der Straße, entscheidet sich jedoch im letzten Augenblick gegen den Tod.
Während seiner Genesung erkennt Jules, wie stark ihn eine verdrängte Schuld aus der Kindheit bestimmt hat. Kurz vor dem tödlichen Unfall der Eltern hatte er im Streit zu seinem Vater gesagt, dass er ihn hasse, und sich nicht mehr von ihm verabschiedet. Auch sein späterer Versuch, Fotograf zu werden, hing mit einer Kamera zusammen, die der Vater ihm kurz zuvor geschenkt hatte. Nach dem Krankenhausaufenthalt nimmt Jules die Hilfe seiner Geschwister an und übernimmt wieder Verantwortung für Luise und Vincent. Liz kehrt aus Indien zurück, schreibt und illustriert Kinderbücher und beschließt, mit Tonis Hilfe ein Kind zu bekommen. Jules versteht schließlich, dass die Vergangenheit sein Leben geprägt hat, aber nicht vollständig bestimmen muss. Gemeinsam mit seinen Kindern stellt er sich erneut einer Mutprobe aus seiner Kindheit und beginnt, sein Leben ohne Alva, aber nicht mehr allein, weiterzuführen.
Automatisch erstellt am 12.08.2026, 07:18 Uhr.
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