Han Kang
Die Vegetarierin
Inhaltszusammenfassung
KI-generierter InhaltDer dreiteilige Roman erzählt die Geschichte der in Seoul lebenden Yong-Hye, deren Entschluss, kein Fleisch mehr zu essen, ihr bisheriges Leben und ihre Familie zunehmend aus dem Gleichgewicht bringt. Yong-Hye selbst kommt nur in kurzen, traumartigen Passagen unmittelbar zu Wort. Der erste Teil wird aus der Sicht ihres Ehemanns erzählt, der zweite folgt ihrem Schwager, der dritte ihrer älteren Schwester In-Hye. Dadurch erscheint Yong-Hyes Entwicklung vor allem durch die Wahrnehmung der Menschen, die auf sie einwirken, über sie bestimmen oder sich um sie kümmern.
Yong-Hyes Ehemann beschreibt seine Frau als unauffällig, anspruchslos und durchschnittlich. Gerade deshalb hat er sie geheiratet: Er erwartet von ihr ein geregeltes häusliches Leben, ohne dass sie besondere Aufmerksamkeit oder Rücksicht verlangt. Eines Nachts findet er sie regungslos vor dem Kühlschrank. Yong-Hye erklärt lediglich, sie habe einen Traum gehabt, und wirft anschließend Fleisch, Fisch, Eier und andere tierische Lebensmittel weg. Ihre Träume sind von Blut, rohem Fleisch, getöteten Tieren und einer schwer greifbaren eigenen Schuld geprägt. Von nun an bereitet sie nur noch pflanzliche Mahlzeiten zu. Sie verliert rasch an Gewicht, schläft kaum und zieht sich auch körperlich von ihrem Mann zurück, weil sie an ihm den Geruch von Fleisch wahrzunehmen glaubt.
Ihr Ehemann interessiert sich wenig für die Ursache ihres Zustands. Ihn stören vor allem die Veränderungen seines Alltags und die gesellschaftlichen Unannehmlichkeiten. Bei einem Geschäftsessen mit seinen Vorgesetzten fällt Yong-Hye auf, weil sie Fleisch ablehnt, keinen BH trägt und sich kaum am Gespräch beteiligt. Der Ehemann fühlt sich bloßgestellt. Zu Hause reagiert er zunehmend aggressiv und zwingt sie mehrfach zum Geschlechtsverkehr. Schließlich informiert er ihre Familie, damit diese Yong-Hye zur Aufgabe ihres Verhaltens bewegt.
Bei einem gemeinsamen Essen in der Wohnung von In-Hye und deren Mann versuchen die Angehörigen zunächst, Yong-Hye mit Bitten und Vorwürfen zum Fleischessen zu bewegen. Besonders ihr autoritärer Vater betrachtet ihre Weigerung als persönlichen Ungehorsam. Als sie standhaft bleibt, schlägt er sie und versucht, ihr gewaltsam ein Stück Fleisch in den Mund zu stecken. Yong-Hye spuckt es aus, ergreift ein Obstmesser und schneidet sich vor den Augen der Familie das Handgelenk auf. Ihr Schwager bringt sie ins Krankenhaus. Dort versucht die Mutter, ihr heimlich eine aus einer schwarzen Ziege hergestellte Medizin zu geben, die sie als pflanzliches Heilmittel ausgibt. Yong-Hye bemerkt den Betrug und erbricht sich. Später findet ihr Mann sie halb nackt im Krankenhausgarten. In ihrer Hand hält sie einen kleinen toten Vogel mit blutigen Bissspuren. Die Ehe zerbricht, und ihr Mann reicht die Scheidung ein.
Zwei Jahre später steht im zweiten Teil Yong-Hyes namenloser Schwager im Mittelpunkt. Er ist Videokünstler, beruflich jedoch seit längerer Zeit erfolglos und weitgehend auf das Einkommen seiner Frau In-Hye angewiesen. In-Hye führt ein Kosmetikgeschäft, organisiert den Haushalt und kümmert sich um den gemeinsamen kleinen Sohn Ji-Woo. Als sie beiläufig erwähnt, dass Yong-Hye noch als Erwachsene einen bläulichen Mongolenfleck am Gesäß besitzt, entwickelt ihr Mann eine obsessive künstlerische und sexuelle Vorstellung: Er möchte nackte Körper mit Blumen bemalen und ihr Zusammenspiel filmen.
Yong-Hye lebt inzwischen allein in einer kleinen Wohnung. Ihr Schwager besucht sie und überredet sie, für sein Projekt Modell zu stehen, ohne In-Hye davon zu erzählen. Yong-Hye stimmt ruhig zu. Im Atelier bemalt er ihren unbekleideten Körper mit Blüten, Blättern und Ranken und nimmt ihn mit der Kamera auf. Die Bemalung gefällt Yong-Hye, weil die Blumen ihre Albträume fernzuhalten scheinen. Der Künstler steigert sich weiter in seine Vorstellung hinein. Für eine zweite Aufnahme engagiert er den Künstler J., dessen Körper ebenfalls bemalt wird. Yong-Hye und J. posieren in immer deutlicher erotischen Stellungen. Als der Schwager verlangt, dass sie tatsächlich miteinander schlafen, bricht J. das Projekt ab und verlässt das Atelier.
Yong-Hye erklärt ihrem Schwager, die gemalten Blumen hätten sie körperlich erregt. Als er sich ihr daraufhin nähert, weist sie ihn zunächst zurück, weil sein Körper nicht bemalt ist. Er lässt sich deshalb von einer früheren Geliebten mit Blumenmustern bemalen, kehrt zu Yong-Hye zurück und schläft mit ihr. Dabei zeichnet er beide mit der Kamera auf. Am folgenden Morgen entdeckt In-Hye das Paar und sieht den Film. Sie erkennt zugleich den Verrat ihres Mannes und den verstörten Zustand ihrer Schwester. In-Hye ruft medizinische Hilfe. Ihr Mann erwägt, vom Balkon zu springen, wird jedoch gemeinsam mit Yong-Hye von den eintreffenden Helfern überwältigt. Die Ehe zwischen In-Hye und dem Künstler endet; er wird später für zurechnungsfähig erklärt und aus der psychiatrischen Behandlung entlassen, während Yong-Hye in einer Klinik bleibt.
Im dritten Teil ist In-Hye die einzige Angehörige, die Yong-Hye weiterhin unterstützt. Neben ihrem Geschäft und der Betreuung Ji-Woos trägt sie allein die Verantwortung für ihre Schwester. Zugleich leidet sie unter Schlaflosigkeit, Erschöpfung und Erinnerungen an ihre Kindheit. Der Vater war gewalttätig, besonders gegenüber Yong-Hye. In-Hye überlebte die familiären Verhältnisse, indem sie früh lernte, zuverlässig zu funktionieren und die Erwartungen anderer zu erfüllen. Nun fragt sie sich, ob ihr eigenes scheinbar geordnetes Leben ebenfalls auf Selbstverleugnung beruht und ob sie ohne die Verantwortung für ihren Sohn selbst zusammengebrochen wäre.
Yong-Hye befindet sich in einer psychiatrischen Klinik am Berg Ch’ukseong. Zeitweise hat sie etwas gegessen und zugenommen, doch ihr Zustand verschlechtert sich erneut. Während eines unbeaufsichtigten Spaziergangs verschwindet sie und wird später regungslos im regennassen Wald gefunden. Sie macht häufig Handstände, weil sie glaubt, wie ein Baum mit den Händen Wurzeln schlagen zu können. Schließlich hält sie sich nicht länger für ein Tier oder einen Menschen, sondern für eine Pflanze. Ihrer Schwester erklärt sie, sie brauche nur noch Wasser und Sonnenlicht. Sie verweigert jede Nahrung, zieht Infusionsnadeln heraus und ist lebensgefährlich abgemagert.
Die Ärzte beschließen, Yong-Hye mit einer Magensonde zwangszuernähren. In-Hye beobachtet, wie ihre Schwester festgebunden wird und sich verzweifelt gegen den Eingriff wehrt. Als das Personal zusätzlich ein Beruhigungsmittel einsetzen will, damit Yong-Hye die Nahrung nicht erbricht, greift In-Hye ein und beißt eine Pflegerin. Yong-Hye erbricht Blut, woraufhin ihre Verlegung in ein allgemeines Krankenhaus in Seoul angeordnet wird. Im Krankenwagen sagt In-Hye ihrer Schwester, dass auch sie Träume habe, man aber irgendwann erwachen müsse. Während der Fahrt blickt sie auf die vorüberziehenden, im Sonnenlicht glühenden Bäume. Ob Yong-Hye die Klinik erreicht und überlebt, bleibt offen.
Automatisch erstellt am 12.08.2026, 08:17 Uhr.
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