Heinrich Böll
Die verlorene Ehre der Katharina Blum
Inhaltszusammenfassung
KI-generierter InhaltDie Erzählung setzt mit dem Ergebnis der Ereignisse ein: Am Abend des 24. Februar 1974 erscheint die siebenundzwanzigjährige Katharina Blum bei Kriminaloberkommissar Moeding und erklärt, sie habe einige Stunden zuvor den Journalisten Werner Tötges in ihrer Wohnung erschossen. Die Polizei findet den Toten dort und nimmt Katharina fest. Anschließend rekonstruiert ein namenloser Berichterstatter aus Vernehmungsprotokollen, Aussagen und anderen Unterlagen, wie sich Katharinas bis dahin geordnetes Leben innerhalb von vier Tagen verändert hat. Die Darstellung führt vom Kennenlernen Ludwig Göttens über die Ermittlungen und die öffentliche Verleumdung Katharinas bis zum Mord zurück.
Katharina arbeitet als Wirtschafterin im Haushalt des Rechtsanwalts Hubert Blorna und seiner Frau Trude, einer Architektin. Daneben übernimmt sie selbstständig Haushaltsarbeiten und bewirtet Gesellschaften. Durch Fleiß und Sparsamkeit hat sie eine Eigentumswohnung erworben und besitzt ein Auto. Sie gilt bei Freunden und Arbeitgebern als zuverlässig, planvoll und zurückhaltend. Ihre kurze Ehe mit dem Textilarbeiter Wilhelm Brettloh ist gescheitert, weil sie dessen Zudringlichkeit nicht ertrug. Seit der Scheidung führt sie ein selbstständiges Leben und weist auch andere Männer zurück, die sich ihr aufdrängen.
Am Mittwoch, dem 20. Februar, fahren die Blornas in den Skiurlaub. Am Abend besucht Katharina eine private Karnevalsfeier bei ihrer Patentante und Freundin Else Woltersheim. Dort lernt sie Ludwig Götten kennen. Beide fühlen sich sofort zueinander hingezogen, tanzen fast ausschließlich miteinander und verlassen die Feier gemeinsam. Götten wird zu diesem Zeitpunkt bereits von der Polizei beobachtet. Er gilt als mutmaßlicher Bankräuber und Mörder und wird außerdem politischer Verbindungen verdächtigt. Katharina weiß davon nichts. Sie nimmt ihn mit in ihre Wohnung und verbringt die Nacht mit ihm. Götten erzählt ihr lediglich, dass er aus der Bundeswehr desertiert sei und gesucht werde.
Am nächsten Morgen stürmt ein Polizeikommando Katharinas Wohnung, doch Götten ist verschwunden. Katharina hat ihm mithilfe der Versorgungsschächte des Gebäudes zur Flucht verholfen. Sie wird festgenommen und von Kriminalhauptkommissar Beizmenne verhört. Dabei behandelt man sie von Beginn an nicht nur als zufällige Bekanntschaft des Gesuchten, sondern als mögliche Komplizin. Die Ermittler bezweifeln, dass sie Götten erst am Vorabend kennengelernt hat. Ihre Eigentumswohnung, ihre Ersparnisse, hohe Benzinausgaben und ein wertvoller Ring erscheinen ihnen verdächtig. Auch Aussagen von Nachbarn über einen wiederkehrenden männlichen Besucher werden gegen sie verwendet.
Parallel zu den Ermittlungen beginnt die ZEITUNG eine Kampagne gegen Katharina. Reporter Tötges sammelt Informationen bei ihren Angehörigen, Bekannten und Arbeitgebern, verändert jedoch deren Aussagen oder löst sie aus ihrem Zusammenhang. Aus Blornas Beschreibung Katharinas als klug und kühl wird die Behauptung, sie sei eiskalt und berechnend. Die Bekanntschaft mit Götten wird als langjährige verbrecherische Verbindung dargestellt. Katharina erscheint als Räuber- oder Mörderbraut, die ihre bürgerliche Existenz nur zur Tarnung aufgebaut habe. Auch ihre gescheiterte Ehe und frühere Arbeitsverhältnisse werden öffentlich gemacht und gegen sie ausgelegt. Der Bericht nennt Verdächtigungen wie feststehende Tatsachen und verbindet Katharinas Privatleben mit politischer Radikalität.
Hubert und Trude Blorna erfahren im Urlaub von der Festnahme und der Berichterstattung. Da sie Katharina vertrauen, brechen sie ihre Reise ab. Inzwischen stellt sich heraus, dass der geheimnisvolle Herrenbesuch der einflussreiche, verheiratete Unternehmer und Politiker Alois Sträubleder war. Er hatte Katharina bei den Blornas kennengelernt, sie wiederholt bedrängt und ihr den Schlüssel zu seinem abgelegenen Landhaus gegeben. Katharina hatte seine Annäherungsversuche stets abgewiesen. Den Ring, den die Polizei gefunden hat, erhielt sie ebenfalls von ihm. Aus Rücksicht auf Sträubleders gesellschaftliche Stellung verschweigt sie zunächst seinen Namen. Götten hat sie jedoch den Schlüssel überlassen und ihm das Landhaus als Versteck genannt.
Nach weiteren Vernehmungen wird Katharina freigelassen. In ihrer Wohnung findet sie zahlreiche obszöne und beleidigende Briefe; außerdem erhält sie anonyme Anrufe. Die öffentliche Darstellung greift auch auf ihr Umfeld über. Die Blornas werden wegen ihrer Unterstützung für Katharina politisch verdächtigt und in der ZEITUNG angegriffen. Besonders schwer trifft Katharina das Vorgehen gegen ihre kranke Mutter. Tötges verschafft sich verkleidet Zugang zu deren Krankenzimmer und konfrontiert die schwerkranke Frau mit den Anschuldigungen gegen ihre Tochter. Kurz darauf stirbt Katharinas Mutter. Die ZEITUNG stellt den Tod so dar, als habe Katharina ihn durch ihren Lebenswandel selbst verschuldet.
Götten wird schließlich in Sträubleders Landhaus gefasst. Die schwersten gegen ihn erhobenen Verdächtigungen bestätigen sich nicht: Er ist weder des behaupteten Mordes noch des Bankraubs überführt. Ihm werden jedoch Desertion, der Diebstahl aus einem Bundeswehrsafe, Bilanzfälschung und weitere Straftaten vorgeworfen. Er erklärt, Katharina erst auf der Feier kennengelernt zu haben, und entlastet sie damit. Für die ZEITUNG ändert dies nichts. Sie deutet seine Aussage als unglaubwürdig und setzt ihre Angriffe fort. Katharina fragt vergeblich, ob der Staat sie vor den Verleumdungen schützen und ihre verlorene Ehre wiederherstellen könne.
Unter dem Vorwand, ihm ein Exklusivinterview geben zu wollen, bestellt Katharina Tötges für Sonntagmittag in ihre Wohnung. Zuvor beschafft sie sich eine Pistole und versucht, den Reporter in einem von Journalisten besuchten Lokal zu beobachten. Als Tötges schließlich bei ihr erscheint, behandelt er sie erneut herablassend und macht ihr unverzüglich einen sexuellen Vorschlag. Katharina zieht die Waffe und schießt mehrmals auf ihn. Danach verlässt sie die Wohnung, verbringt einige Stunden an verschiedenen Orten und stellt sich am Abend der Polizei. Sie empfindet keine Reue und erklärt später, ihre Mordgedanken hätten bereits nach dem ersten verleumderischen Zeitungsbericht begonnen.
Blorna übernimmt sowohl Katharinas als auch Göttens Verteidigung und bemüht sich um Besuchsmöglichkeiten für die beiden Gefangenen. Dadurch gerät er selbst noch stärker unter öffentlichen und beruflichen Druck. Frühere Freunde und einflussreiche Auftraggeber wenden sich von ihm ab; seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Stellung verschlechtert sich. Katharina verhält sich im Gefängnis diszipliniert und rechnet für sich und Götten mit mehrjährigen Haftstrafen. Sie hält an ihrer Liebe zu ihm fest und plant für die Zeit nach der Entlassung ein gemeinsames Leben sowie die Eröffnung eines Restaurants.
Automatisch erstellt am 12.08.2026, 07:49 Uhr.
Literatur-Assistent
Über dieses Buch sprechen
Stelle Fragen zu diesem Buch, diskutiere Interpretationen oder vergleiche es mit anderen Büchern unseres Literaturkreises.
Gespräch beginnen