Andrea Maria Schenkel
Der Erdspiegel
Inhaltszusammenfassung
KI-generierter InhaltDer historische Kriminalroman spielt zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Regendorf und der ländlichen Umgebung von Regensburg. Im Mittelpunkt steht Andreas Bichel, ein verheirateter, kinderloser Viehhändler, der in seiner Gemeinde als wohlhabender und zuverlässiger Mann gilt. Er ist weit gereist, tritt selbstbewusst auf und kann so anschaulich erzählen, dass ihm Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten gern zuhören. Hinter seinem geachteten Äußeren verbirgt sich jedoch ein Mörder, der gezielt die Hoffnungen junger Frauen aus armen Verhältnissen ausnutzt.
Zu seinen Opfern gehört Katharina Seidel, die jüngste von drei Schwestern. Seit dem Tod der Eltern bewirtschaften Katharina, Therese und Walburga gemeinsam ihren Hof. Während die älteren Schwestern an die tägliche Arbeit und die Sicherung ihrer Existenz denken, träumt Katharina von Liebe und einer anderen Zukunft. Bichel lässt ihr durch die alte Mare ausrichten, er besitze einen sogenannten Erdspiegel. Dieser angeblich magische Spiegel könne geliebte Menschen zeigen und die Zukunft vorhersagen. Bichel behauptet, er habe ihn an einer Wegkreuzung beim Kalvarienberg vergraben, damit er seine Kräfte entfalte. Über das Geheimnis dürfe Katharina mit niemandem sprechen, weil Zweifel oder schlechte Gedanken den Zauber zerstören könnten.
Als Mare mitteilt, der Zeitpunkt für den Blick in den Erdspiegel sei gekommen, verlässt Katharina heimlich den Hof. Ihren Schwestern erzählt sie nichts. Auf Bichels Anwesen führt der Viehhändler sie in einen abgedunkelten Raum. Die vorbereitete geheimnisvolle Atmosphäre und seine überzeugenden Erklärungen lassen Katharina ihre letzten Bedenken überwinden. Bichel gibt ihr ein Getränk, das mit Laudanum versetzt ist, und bringt sie dazu, sich für das vermeintliche Ritual die Augen verbinden und die Hände fesseln zu lassen. Anschließend tötet er sie. Er öffnet und zerstückelt den Körper, nimmt ihre Kleidung und persönlichen Gegenstände an sich und verbirgt die Leichenteile bei seinem Schuppen.
Mare weiß zumindest, dass Katharina zu Bichel gegangen ist, und könnte dadurch für ihn gefährlich werden. Kurz nach Katharinas Verschwinden wird sie tot aufgefunden. Alles deutet zunächst darauf hin, dass sie während der Fastenzeit heimlich Rauchfleisch gegessen habe und an einem Stück davon erstickt sei. Die Nachbarn sehen in ihrem Tod eine Folge ihrer Gier. Tatsächlich hat Bichel auch sie beseitigt und damit eine mögliche Zeugin zum Schweigen gebracht.
Therese und Walburga warten vergeblich auf die Rückkehr ihrer Schwester. Besonders Walburga ist überzeugt, dass Katharina nicht freiwillig fortgegangen sein kann. Die Schwestern wissen, wie leicht sich die junge Frau durch ungewöhnliche Versprechen beeinflussen ließ, und versuchen herauszufinden, wer sie zu einem heimlichen Treffen veranlasst haben könnte. Als Therese Bichel zur Rede stellt, bietet er eine Erklärung für Katharinas Verschwinden an. Mit seiner ruhigen, freundlichen Art gelingt es ihm zunächst, den Verdacht von sich abzulenken. Seine Geschichte ist zweifelhaft, lässt sich ohne Zeugen oder Leiche aber nicht unmittelbar widerlegen.
Ein weiterer Handlungsstrang folgt Barbara Reisinger, die als Bedienung in einer Gaststube arbeitet. Sie verdient wenig und hofft auf eine bessere Stellung, die ihr mehr Sicherheit und Ansehen verschaffen würde. Bichel begegnet ihr als scheinbar hilfsbereiter Gast und behauptet, er könne ihr eine gute Anstellung in einem angesehenen Haushalt vermitteln. Barbara soll dafür zu seinem Hof kommen. Auch sie vertraut seinem Auftreten und folgt der Aussicht auf ein leichteres Leben. Bichel betäubt sie ebenfalls mit Laudanum, fesselt und tötet sie. Wie bei Katharina zerstückelt er den Körper und versteckt die Überreste. Barbaras Kleidung und Wertgegenstände behält er.
Barbaras Vater beginnt nach ihr zu suchen. Da sie zuletzt mit Bichel in Verbindung gebracht worden ist, befragt er den Viehhändler. Bichel erzählt auch ihm eine Geschichte, die Barbaras Abwesenheit erklären soll. Der Vater empfindet die Angaben als unglaubwürdig, besitzt jedoch keinen Beweis. Weil beide verschwundenen Frauen arm sind, ihre Aufenthaltsorte nicht behördlich erfasst werden und ein Stellenwechsel oder eine heimliche Abreise denkbar erscheint, kann Bichel längere Zeit den Eindruck aufrechterhalten, mit ihrem Schicksal nichts zu tun zu haben.
Unterdessen versucht Bichel, weitere junge Frauen mit dem Versprechen des Erdspiegels anzulocken. Nicht jede lässt sich von ihm täuschen. Eine Frau, die er auf einem Friedhof anspricht, empfindet sein Verhalten als unheimlich und begegnet seinen Angeboten mit Misstrauen. Gleichzeitig häufen sich Hinweise auf dem Bichelhof. Ein Hund winselt und gräbt wiederholt in der Nähe des Schuppens. Angehörige der Vermissten drängen darauf, die Zusammenhänge zwischen Bichel, Katharina und Barbara genauer zu untersuchen. Schließlich befassen sich die Behörden des Landgerichts Burglengenfeld mit dem Fall.
Bei seiner ersten Befragung gibt sich Bichel entgegenkommend und erklärt, er sei ein ehrlicher Mann, der niemals jemanden betrogen habe. Sein guter Ruf und das Fehlen aufgefundener Leichen helfen ihm zunächst. Er beantwortet Fragen mit ausführlichen Erzählungen, weicht aus und liefert für verdächtige Umstände scheinbar mögliche Erklärungen. Im Verlauf der Vernehmungen gerät er jedoch zunehmend in Widersprüche. Aussagen der Angehörigen und weiterer Zeugen zeigen, dass beide Vermissten vor ihrem Verschwinden Kontakt zu ihm hatten.
Die Ermittler durchsuchen schließlich Haus, Hof und Schuppen. Kleidungsstücke und persönliche Gegenstände lassen sich den verschwundenen Frauen zuordnen. Als im Erdreich menschliche Überreste entdeckt werden, brechen Bichels Ausreden zusammen. Die zerstückelten Leichen bestätigen, dass Katharina und Barbara nicht fortgegangen, sondern auf seinem Anwesen ermordet worden sind. Angesichts der Funde kann Bichel seine Beteiligung nicht länger leugnen und gesteht die Taten. Als äußeres Motiv nennt er den Besitz der Kleidung seiner Opfer; eine eindeutige Erklärung für die besondere Grausamkeit seines Vorgehens gibt er nicht.
Das Gericht rekonstruiert, wie Bichel die Sehnsucht der jungen Frauen nach Liebe, Zukunftswissen oder einem besseren Arbeitsplatz benutzt hat, um sie wehrlos zu machen. Der angesehene Erzähler erweist sich als Menschenfänger, dessen überzeugende Geschichten zugleich Tatmittel und Schutz vor früher Entdeckung waren. Bichel wird wegen der Morde verurteilt und zum Tode bestimmt. Damit endet sein Versuch, durch immer neue Erfindungen die Wahrheit zu verdecken.
Automatisch erstellt am 12.08.2026, 02:08 Uhr.
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