Isabel Bogdan

Laufen

Inhaltszusammenfassung

KI-generierter Inhalt
Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell freigegeben.

Die namenlose Ich-Erzählerin ist 43 Jahre alt, lebt in Hamburg und arbeitet als Bratschistin in einem professionellen Orchester. Ein Jahr vor Beginn der erzählten Gegenwart hat sich ihr langjähriger Lebensgefährte Johann das Leben genommen. Seitdem ist ihr Alltag von Trauer, Erschöpfung, Wut und Schuldgefühlen bestimmt. Nach Jahren ohne Lauftraining zieht sie ihre alten Sportschuhe an und beginnt wieder zu joggen. Anfangs schafft sie kaum die Strecke bis zum Hammer Park. Ihr Körper ist untrainiert, die Beine schmerzen, und schon nach kurzer Zeit ringt sie um Atem. Dennoch zwingt sie sich weiter, weil die körperliche Anstrengung ihre kreisenden Gedanken wenigstens zeitweise unterbricht.

Während der Läufe entfaltet sich in ihren Gedanken nach und nach die Vorgeschichte. Johann litt an Depressionen, zog sich zunehmend zurück und verlor schließlich jede Hoffnung. Die Erzählerin fragt sich immer wieder, ob sie die Schwere seiner Erkrankung früher hätte erkennen oder seinen Tod verhindern können. Gleichzeitig ist sie wütend auf Johann, weil er sie verlassen und ihr mit wenigen Abschiedszeilen ein Leben voller unbeantwortbarer Fragen zugemutet hat. Ihre Liebe zu ihm besteht fort, doch sie empfindet seinen Suizid auch als eine gegen sie gerichtete Handlung. Zwischen Zuneigung, Selbstvorwürfen, Empörung und dem Wunsch nach einer Erklärung findet sie keine eindeutige Haltung zu dem Verstorbenen.

Johanns Tod hat nicht nur die gemeinsame Zukunft beendet, sondern auch die Stellung der Erzählerin innerhalb seines familiären Umfelds verändert. Weil das Paar nicht verheiratet war, behandelten Johanns Eltern sie nach dem Suizid nicht als gleichberechtigte Hinterbliebene. Sie holten seine persönlichen Sachen aus der gemeinsamen Wohnung und nahmen sogar einen Teil der Möbel mit. Die Erzählerin fühlt sich dadurch ein zweites Mal beraubt und glaubt, dass Johanns Eltern ihr zumindest indirekt eine Mitschuld geben. Schließlich zieht sie in eine kleinere Wohnung. Dort muss sie einen Alltag einrichten, der nur noch für eine Person bestimmt ist. Auch die Erkenntnis, dass sie mit 43 Jahren wahrscheinlich keine Kinder mehr bekommen wird, gehört zu den Zukunftsvorstellungen, die mit Johann verschwunden sind.

In ihrem ersten Trauerjahr hat die Erzählerin alle wiederkehrenden Daten erstmals ohne Johann durchstehen müssen: Geburtstage, Weihnachten, den gemeinsamen Jahrestag und schließlich seinen Todestag. Arbeit, regelmäßige Mahlzeiten und andere feste Abläufe bewahren sie davor, vollständig den Halt zu verlieren. Das Musizieren gelingt ihr zunächst oft nur mechanisch. Die Welt erscheint ihr still, und sie zweifelt daran, wie sie unter diesen Umständen Musik machen soll. Allmählich erlebt sie jedoch wieder Augenblicke, in denen sie nicht nur Noten spielt, sondern die Musik als Ausdruck und Trost empfindet. Damit wird ihr Beruf erneut zu einem Teil ihres eigenen Lebens und nicht bloß zu einer Pflichterfüllung.

Eine entscheidende Stütze ist ihre beste Freundin Rike. Sie hört zu, hält die Verzweiflung der Erzählerin aus und begegnet ihr zugleich mit Direktheit und Humor. Rike ist es auch, die sie zum Laufen ermuntert und später ohne großes Zögern für den zehn Kilometer langen Hamburger Alsterlauf anmeldet. Rikes Familie vermittelt der Erzählerin eine Zugehörigkeit, die über ihre Beziehung zu Johann hinausreicht. Besonders die Kinder zeigen ihr auf einfache und unmittelbare Weise, dass sie weiterhin gebraucht und geliebt wird. Daneben besucht die Erzählerin die Therapeutin Frau Mohl. In den Gesprächen lernt sie, ihre widersprüchlichen Gefühle auszusprechen und die Verantwortung für Johanns Entscheidung nicht vollständig bei sich zu suchen.

Das Lauftraining bildet den zeitlichen Rahmen der Handlung. Zunächst konzentriert sich die Erzählerin fast ausschließlich auf Atmung, Schmerzen, Ampeln und die nächste erreichbare Wegmarke. Nach und nach werden ihre Strecken länger. Sie läuft durch den Hammer Park, später an der Alster und schließlich die gesamte Alsterrunde. Dabei gibt es Fortschritte und Rückschläge: Manchmal fühlt sie sich kräftiger und klarer, manchmal kehren Trauer und Erschöpfung unverändert zurück. Das Laufen beseitigt ihre Probleme nicht, gibt ihrem Körper und ihren Tagen aber einen Rhythmus. Mit zunehmender Kondition richtet sich ihre Aufmerksamkeit häufiger auf andere Menschen, die Stadt, die Jahreszeiten und ihre unmittelbare Gegenwart. Johann bleibt Teil ihrer Gedanken, steht jedoch nicht mehr in jedem Augenblick in deren Mittelpunkt.

Beim Laufen begegnet sie einem Mann, dessen Namen sie sich zunächst nicht merkt. Als sie ihn wiedertrifft, geht sie mit ihm aus. Sie zögert, weil sich die Annäherung wie ein möglicher Verrat an Johann anfühlt und ihre Trauer keineswegs abgeschlossen ist. Trotzdem lässt sie körperliche Nähe zu und verbringt die Nacht mit dem neuen Bekannten. Entscheidend ist für sie weniger die Aussicht auf eine sofortige neue Partnerschaft als die Erfahrung, wieder Berührung, Begehren und Erleichterung empfinden zu können. Rike reagiert darauf mit ihrer gewohnten unverblümten Art. Die Erzählerin erkennt, dass neue Nähe ihre frühere Liebe nicht auslöscht und dass sie nicht für immer in der Rolle der trauernden Hinterbliebenen bleiben muss.

Am Ende nimmt die Erzählerin am Alsterlauf teil. Die zehn Kilometer, die zu Beginn unerreichbar erschienen, sind nun zu bewältigen. Der Wettkampf ist kein endgültiger Abschluss ihrer Trauer und liefert keine Antwort auf die Frage, warum Johann gestorben ist. Er zeigt jedoch, wie weit sie sich seit ihren ersten mühsamen Schritten bewegt hat. Sie kann wieder Ziele verfolgen, körperliche Kraft spüren, Freundschaft annehmen und eine Zukunft in Betracht ziehen, die nicht ausschließlich durch den Verlust bestimmt wird. Johann bleibt Teil ihres Lebens, doch sie beginnt, die Verantwortung für ihr eigenes Weiterleben anzunehmen. Aus dem anfänglichen Versuch, vor ihren Gedanken davonzulaufen, ist eine Bewegung zurück in die Welt geworden.

Automatisch erstellt am 12.08.2026, 02:05 Uhr.

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Vorstellung im Literaturkreis

Vorgestellt von Angela
13. Februar 2024
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