Ulrike Sterblich

Drifter

Inhaltszusammenfassung

KI-generierter Inhalt
Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell freigegeben.

Wenzel Zahn und Marco Killmann, der von allen nur Killer genannt wird, sind seit frühester Kindheit befreundet. Aufgewachsen sind sie in einer Hochhaussiedlung am Ranunkelring, am Rand einer nicht ausdrücklich benannten, Berlin ähnelnden Großstadt. Als Erwachsene führen sie sehr unterschiedliche Leben. Killer ist kontaktfreudig, selbstbewusst und beruflich erfolgreich. Bei einem großen Lebensmittelkonzern steht er unmittelbar vor dem Aufstieg zum PR-Chef. Wenzel hat dagegen sein Publizistikstudium abgebrochen und arbeitet im Community-Team eines öffentlich-rechtlichen Senders. Dort betreut er soziale Netzwerke und muss sich täglich mit belanglosen, aggressiven oder verschwörungsideologischen Kommentaren beschäftigen. Seine journalistischen Ambitionen hat er weitgehend aufgegeben. Zudem leidet er unter seiner unerwiderten Liebe zu seiner Kollegin Gesine. Trotz ihrer Unterschiede sind Wenzel und Killer eng miteinander verbunden und verbringen regelmäßig Zeit zusammen.

Auf dem Weg zu einer Pferderennbahn begegnen sie in der S-Bahn einer auffälligen Frau mit dunklem Pagenschnitt, Silberblick und goldenem Kleid. Sie wird von einem riesigen Zottelhund begleitet und liest ein Buch mit dem Titel „Elektrokröte“. Wenzel erkennt auf dem Umschlag den Namen K:B Drifter, seines Lieblingsschriftstellers. Drifter ist ein geheimnisumwitterter Autor, dessen Identität selbst unter seinen Anhängern unbekannt ist. Wenzel kennt dessen gesamtes Werk, hat aber noch nie von „Elektrokröte“ gehört. Das Buch ist weder angekündigt noch im Handel erhältlich. Als Wenzel und Killer aussteigen, zeichnet die Unbekannte mit dem Finger die Form eines Blitzes in die Luft.

Auf der Rennbahn zieht unerwartet ein heftiges Gewitter auf. Killer wird tatsächlich von einem Blitz getroffen und durch die Luft geschleudert. Er überlebt, trägt jedoch ungewöhnliche Hautzeichnungen davon und nimmt anschließend Geräusche, Gerüche und andere Sinneseindrücke wahr, die Wenzel nicht bemerken kann. Medizinisch scheint er keine schweren Schäden erlitten zu haben, doch seine Persönlichkeit verändert sich grundlegend. Der bisher ehrgeizige Karrierist beginnt, seine Arbeit, seinen Konsum und sein gesamtes bisheriges Leben infrage zu stellen. Er kündigt seine gut bezahlte Stelle, zerstört sein teures Telefon, trinkt keinen Alkohol mehr, verzichtet auf Fleisch und spricht plötzlich offen über moralische und gesellschaftliche Fragen. Schließlich zieht er zurück in den Ranunkelring, wo seine erkrankte Mutter lebt, und kümmert sich zunehmend um sie und die übrige Hausgemeinschaft.

Wenzel vermutet einen Zusammenhang zwischen dem Blitzschlag und der Frau aus der S-Bahn. Zugleich versucht er, „Elektrokröte“ aufzutreiben. Ein Buchhändler kann den Titel zunächst scheinbar bestellen, später ist jedoch jede Spur davon aus dem System verschwunden. Auch Wenzels Recherchen und der Austausch mit anderen Drifter-Lesern führen zu keiner Erklärung. Bei einer Party begegnet er der geheimnisvollen Frau erneut. Sie stellt sich als Ludovica Malabene, genannt Vica, heraus. Zu ihrem Gefolge gehören ihre selbstbewusste Assistentin Jez, der als Fahrer und Faktotum auftretende Heurtebise sowie der erstaunlich gelehrige Hund Bello, der sogar einstudierte Tänze vorführt.

Vica betreibt eine erfolgreiche Internetplattform mit rätselhaften Videos. Darin werden Zaubertricks, scheinbar sinnfreie Darbietungen und versteckte Hinweise auf lohnende Geldanlagen miteinander verbunden. Manche Zuschauer haben durch diese Hinweise beträchtliche Gewinne erzielt. Vica verfügt offenbar über großen Reichtum und besitzt Informationen über Wenzel und Killer, die sie eigentlich nicht haben dürfte. Sie beantwortet Wenzels ständig wachsende Liste von Fragen jedoch nie vollständig. Mal erscheint sie als Unternehmerin, mal als Influencerin, Künstlerin, Trickbetrügerin oder moderne Zauberfigur. Ob sie über übernatürliche Fähigkeiten verfügt oder lediglich Menschen und Medien geschickt manipuliert, bleibt unklar.

Vica beauftragt Wenzel, für sie Wohnungen zu finden, und stellt ihn als Online-Berater ein. Ausgerechnet im Ranunkelring, dem Ort seiner und Killers Kindheit, kauft oder mietet sie nach und nach mehrere Einheiten. Wände und Decken werden durchbrochen, Räume verbunden und herkömmliche Grenzen zwischen Wohnungen, Arbeitsplätzen und Veranstaltungsorten aufgehoben. Der Wohnblock verwandelt sich in die Zentrale eines schwer durchschaubaren Unternehmens und zugleich in eine ausufernde Partylandschaft. Auch die bisherigen Bewohner werden in Vicas Projekte, Feste und Karaokeabende einbezogen. Wenzel gerät dadurch immer tiefer in ihren Einflussbereich, während Killer im selben Haus versucht, ein einfacheres und verantwortungsvolleres Leben zu führen.

Hinter Vicas Unternehmungen steht unter anderem eine Technik, bei der Pilzkulturen mit elektronischen Geräten verbunden werden. Die daraus entwickelten Smart-Tracker sollen auf Erinnerungen und Bewusstsein ihrer Benutzer zugreifen können. Bald wachsen Pilze an unerwarteten Orten, Geräte verhalten sich eigenständig, Gebäude scheinen sich den Regeln der Statik zu entziehen und alte Fotografien enthalten plötzlich Personen, die dort zuvor nicht zu sehen waren. Im Internet entstehen dazu Spekulationen und Verschwörungstheorien. Der Börsenwert von Vicas Firma steigt rasant, bis ihre Ankündigung, in den wenig profitablen Buchmarkt investieren zu wollen, einen Kurseinbruch auslöst. Realität, digitale Inszenierung und gezielte Täuschung lassen sich immer weniger voneinander trennen.

Auch Wenzels persönliche Gewissheiten lösen sich auf. Killers Veränderung irritiert ihn, weil die vertraute Rollenverteilung ihrer Freundschaft nicht mehr gilt. Dennoch hält ihre Verbindung dem Wandel stand. Wenzels unerfüllte Liebe zu Gesine verliert gegenüber den Ereignissen am Ranunkelring an Bedeutung. Zugleich begegnet er schließlich dem wirklichen K:B Drifter. Hinter dem berühmten Pseudonym verbirgt sich kein übermenschlicher Literaturstar, sondern ein zurückgezogen lebender, ernüchterter Mann, der seine eigenen Bücher teilweise für albernen Unsinn hält und Wenzel bittet, seine Identität geheim zu halten. Damit wird zwar eines der Rätsel gelöst, doch die Verbindung zwischen Drifter, Vica und „Elektrokröte“ bleibt weiterhin undurchsichtig.

Die Ereignisse gipfeln in einem großen Fest im umgestalteten Hochhaus. Danach verschwinden Vica und ihre Begleiter. Zugleich häufen sich in der Stadt fantastische Vorfälle: Alte Menschen wirken plötzlich verjüngt, Tiere verschwinden aus Zoos, und die vertraute Ordnung scheint sich weiter aufzulösen. Schließlich erscheint „Elektrokröte“ infolge einer von Vica angestoßenen Aktion tatsächlich. Das Buch liefert jedoch ebenso wenig eine abschließende Erklärung wie die übrigen Spuren. Ob Vica die Entwicklungen verursacht, vorhergesehen oder nur beschleunigt hat, bleibt offen. Für Wenzel besteht das verlässlichste Ergebnis der Ereignisse darin, dass er und Killer trotz ihrer Veränderungen Freunde geblieben sind. Ihre gemeinsame Vergangenheit bleibt bestehen, während beide beginnen, ihr Leben außerhalb der bislang selbstverständlich akzeptierten beruflichen und gesellschaftlichen Erwartungen neu zu betrachten.

Automatisch erstellt am 12.08.2026, 01:59 Uhr.

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Vorstellung im Literaturkreis

Vorgestellt von Patricia
10. Januar 2024
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