Heinz Strunk

Ein Sommer in Niendorf

Inhaltszusammenfassung

KI-generierter Inhalt
Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell freigegeben.

Der 51-jährige Wirtschaftsjurist Dr. Georg Roth nimmt sich für drei Monate eine berufliche Auszeit. Im September soll er eine neue Stelle antreten; den Sommer dazwischen will er nutzen, um endlich als Schriftsteller hervorzutreten. Dafür mietet er ein Apartment in Niendorf an der Ostsee. Der Ort erscheint ihm geeignet, weil er Abstand zu seinem Hamburger Umfeld verspricht und zugleich eine literarische Vergangenheit besitzt: In Niendorf fand 1952 eine Tagung der Gruppe 47 statt. Roth plant eine große Chronik seiner bürgerlichen Familie, die zugleich eine Abrechnung mit ihr werden soll. Er stellt sich bereits einen Bestseller, gut besuchte Lesereisen und eine Verfilmung durch einen Streamingdienst vor.

Als Grundlage hat Roth 44 Tonbänder mit insgesamt etwa 66 Stunden Interviews mit Verwandten mitgebracht. Im Mittelpunkt steht die Geschichte des Familienunternehmens, das in den 1920er-Jahren gegründet wurde, während der nationalsozialistischen Zeit profitierte, jahrzehntelang erfolgreich war und Mitte der 1990er-Jahre unter der Leitung von Roths Vater bankrottging. Roth hat unter anderem seine Mutter, seinen Onkel und den bereits schwer kranken Vater befragt. Beim Abhören erkennt er jedoch, dass das Material weitgehend ungeordnet und voller belangloser Anekdoten ist. Weder die Befragten noch Roth als Interviewer haben Wichtiges zuverlässig von Nebensächlichem getrennt. Sein Vorhaben kommt kaum voran, und die erhoffte schriftstellerische Inspiration bleibt aus.

Gleich nach seiner Ankunft begegnet Roth dem Verwalter seines Apartments, Breda. Dieser vermietet außerdem Strandkörbe und betreibt ein örtliches Likördepot. Breda ist aufdringlich, ungepflegt, vulgär und fast ständig alkoholisiert. Roth, der sich für gebildet, kultiviert und gesellschaftlich überlegen hält, empfindet zunächst offene Abscheu gegen ihn. Zugleich lässt sich Breda kaum vermeiden: Er taucht im Apartment auf, spricht Roth am Strand an, lädt ihn in seinen Spirituosenladen ein und bietet ihm fortwährend Alkohol an. Roth versucht anfangs, Distanz zu halten, nimmt Bredas Gesellschaft aber immer häufiger an. Aus einzelnen Begegnungen werden gemeinsame Trinkabende, bei denen Breda mit seinen groben Sprüchen und seiner penetranten Vertraulichkeit zunehmend Roths Tagesablauf bestimmt.

Roths Verachtung richtet sich nicht nur gegen Breda. Auch die Urlauber, die Einwohner Niendorfs und das aus seiner Sicht heruntergekommene Ostseebad betrachtet er mit Spott. Hinter seiner Überheblichkeit stehen jedoch Einsamkeit und die Unfähigkeit, tragfähige Beziehungen aufrechtzuerhalten. Ein Treffen mit einer Frau, mit der er früher eine Affäre hatte, endet ohne die erhoffte Nähe. Auch der Kontakt zu seiner Familie misslingt. Seine geschiedene Frau hat sich einer fundamentalistischen Form des Christentums zugewandt. Bei einer Begegnung eskaliert der Streit, und Roth schlägt sie. Seine Tochter Fiona, mit der ihn ebenfalls ein feindseliges Verhältnis verbindet, bittet ihn um Geld. Roth behandelt sie kalt, belügt sie und verweigert ihr echte Unterstützung.

Nach der Rückkehr nach Niendorf gerät Roth in eine weitere schwerwiegende Situation. Während einer nächtlichen Fahrt trifft er auf einen Mann, der offenbar seine Hilfe sucht. Von Alkohol, Angst und Aggression bestimmt, fährt Roth ihn an und flieht, ohne zu klären, wie schwer der Mann verletzt wurde. Anschließend fürchtet er polizeiliche Ermittlungen, unternimmt aber nichts, um Verantwortung zu übernehmen. Der Vorfall verstärkt seine Unsicherheit und seine Abwendung von seinem bisherigen Selbstbild als kontrollierter, erfolgreicher Jurist. Gleichzeitig trinkt er immer regelmäßiger und verliert die Struktur, die er seinem Aufenthalt ursprünglich geben wollte.

Eine weitere Ablenkung ist Savina, eine junge Kellnerin in einem Lokal. Roth deutet ihre alltägliche Bedienung als mögliches Interesse und entwickelt zunehmend sexuelle und romantische Fantasien über sie. Tatsächlich begegnet Savina ihm gleichgültig oder abweisend. Trotzdem stellt Roth ihr nach und überschreitet ihre Grenzen. Schließlich wird er von ihrem Freund zur Rede gestellt und geschlagen, wobei er eine Verletzung an der Nase davonträgt. Die Demütigung beendet zwar seine Hoffnung auf Savina, führt aber nicht dazu, dass er sein Verhalten grundsätzlich ändert. Stattdessen sucht er noch stärker die Gesellschaft Bredas und den Alkohol.

Breda bringt schließlich seine Freundin Simone mit in die entstehende Gemeinschaft. Er hat sie über ein Datingportal für korpulente Menschen kennengelernt. Simone arbeitet in der Altenpflege und wird von Roth wegen ihres Körpers, ihrer Herkunft und ihres Auftretens zunächst ebenso abschätzig beurteilt wie Breda. Nach und nach verändert sich jedoch das Verhältnis. Roth verbringt immer mehr Zeit mit beiden, isst mit ihnen und beteiligt sich an ihren Trinkabenden. Simone behandelt ihn fürsorglich und nimmt ihn in den gemeinsamen Alltag auf. Die Gesellschaft des Paares wird für Roth wichtiger als sein Buchprojekt und seine Kontakte nach Hamburg. Seine Arbeit an der Familienchronik kommt schließlich vollständig zum Erliegen.

Roth verlängert seinen Aufenthalt und passt sich immer stärker Bredas Lebensweise an. Er sitzt im Likördepot, trinkt tagsüber und übernimmt gelegentlich Aufgaben bei der Vermietung und Ausrichtung der Strandkörbe. Damit verschwindet die anfängliche Grenze zwischen dem kultivierten Gast und dem von ihm verachteten Verwalter. Roths äußeres Erscheinungsbild, seine Gewohnheiten und seine Sprache beginnen sich Breda anzugleichen. Die für September vorgesehene Rückkehr in sein Berufsleben verliert für ihn an Bedeutung. Auch die Vorstellung, durch die Familiengeschichte berühmt zu werden, gibt er faktisch auf.

Als Breda einen Schlaganfall erleidet und schließlich in ein Pflegeheim kommt, übernimmt Roth dessen Platz. Er kümmert sich um das Likördepot und die Strandkörbe, zieht zu Simone und beginnt mit ihr eine Beziehung. Statt nach Hamburg und in den juristischen Beruf zurückzukehren, bleibt er in Niendorf. Äußerlich bedeutet dies den vollständigen Verlust seines früheren gesellschaftlichen Status und seiner schriftstellerischen Pläne. Roth selbst erlebt die neue Ordnung jedoch nicht nur als Niederlage. In der Verbindung mit Simone und den einfachen, sich täglich wiederholenden Aufgaben findet er eine Form von Zugehörigkeit, die ihm in seinem früheren Leben fehlte. Am Ende ist er Breda, den er anfangs verachtete, in Lebensweise und Erscheinung ähnlich geworden und seiner alten Welt dauerhaft abhandengekommen.

Automatisch erstellt am 12.08.2026, 01:57 Uhr.

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Vorstellung im Literaturkreis

Vorgestellt von Andreas
22. November 2023
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