Jasmin Schreiber

Marianengraben

Inhaltszusammenfassung

KI-generierter Inhalt
Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell freigegeben.

Paula ist eine junge Biologin, deren Leben seit dem Tod ihres kleinen Bruders Tim nahezu stillsteht. Tim ist zwei Jahre zuvor während eines Familienurlaubs im Meer ertrunken. Zwischen den Geschwistern bestand trotz ihres großen Altersunterschieds eine besonders enge Beziehung. Tim interessierte sich leidenschaftlich für Fische, Meerestiere und die Tiefsee, und Paula teilte ihr biologisches Wissen mit ihm. In ihren Gedanken spricht sie weiterhin unmittelbar zu ihrem Bruder und erinnert sich an gemeinsame Erlebnisse, seine Fragen und seine kindlichen Ideen. Dadurch bleibt er für sie gegenwärtig, zugleich kann sie seinen Tod jedoch nicht annehmen.

Paulas Trauer hat sich zu einer schweren Depression entwickelt. Sie vernachlässigt ihre Wohnung, isst kaum, zieht sich von anderen Menschen zurück und findet weder in ihrem Studium noch in ihren früheren Zukunftsplänen Halt. Medikamente und eine Psychotherapie helfen zunächst nur begrenzt, weil sie ihrem Therapeuten ausweicht und kaum über Tim spricht. Ihren Zustand stellt sie sich als Aufenthalt am Grund des Marianengrabens vor: Sie fühlt sich in völliger Dunkelheit gefangen und von einem kaum erträglichen Druck belastet. Besonders quält sie der Gedanke, am Tod ihres Bruders mitschuldig zu sein. Tim hatte sie gebeten, mit in den Urlaub zu fahren, doch Paula entschied sich für einen Konzertbesuch. Nun glaubt sie, sie hätte ihn vielleicht retten können, wenn sie dabei gewesen wäre.

Seit der Beerdigung hat Paula Tims Grab nicht mehr besucht. Auf Anregung ihres Therapeuten fährt sie schließlich in ihren Heimatort, möchte auf dem Friedhof aber niemandem begegnen und steigt deshalb nachts über die Mauer. Dort trifft sie auf den dreiundachtzigjährigen Helmut, der mit einem Spaten die Urne seiner verstorbenen Gefährtin Helga ausgräbt. Paula hilft ihm bei der Flucht vom Friedhof. Dabei öffnet sich die Urne, und ein Teil der Asche gerät auf Paulas Kleidung. Helmut nimmt sie mit zu sich, damit sie gemeinsam möglichst viel davon wieder einsammeln können.

Helmut erklärt, dass er Helga versprochen hat, ihre Asche an Orten zu verstreuen, die für ihr gemeinsames Leben wichtig waren. Dafür will er mit seinem alten Wohnmobil in Richtung Südtirol fahren. Paula lässt sich zunächst mitnehmen und entscheidet sich dann, ihn weiter zu begleiten. Vor der Abreise beginnt sie, ihre verwahrloste Wohnung aufzuräumen und Überflüssiges wegzuwerfen. Schon diese Tätigkeit bringt sie erstmals seit langer Zeit wieder in Bewegung.

Zu dem ungewöhnlichen Reisegespann gehört Helmuts Hündin Judy, die Helga gehört hatte und Paula anfangs misstrauisch begegnet. Unterwegs nehmen Paula und Helmut außerdem ein verletztes Huhn auf, das Paula Lutz nennt. Der Umgang mit den Tieren, die notwendigen Pausen und die unvorhergesehenen Zwischenfälle zwingen Paula, sich mit der unmittelbaren Gegenwart zu beschäftigen. Die Reise verläuft langsam und chaotisch. Helmut und Paula geraten aneinander, erleben aber auch komische Situationen und beginnen, einander zu vertrauen. Paula übernimmt zunehmend Verantwortung für Judy und Lutz, während Helmut ihr mit seiner schroffen, zugleich fürsorglichen Art Halt gibt.

Nach und nach erkennt Paula, dass Helmut schwer krank ist. Er verschweigt ihr zunächst das Ausmaß seines Zustands, doch seine Schmerzen und seine zunehmende Schwäche lassen sich nicht dauerhaft verbergen. Die Fahrt ist für ihn nicht nur eine Erinnerungsreise, sondern die Erfüllung letzter Versprechen vor seinem eigenen Tod. An einem See, an dem Helmut und Helga sich kennengelernt haben, verstreut er einen Teil ihrer Asche. Weitere Stationen führen zu Orten in den Bergen, die mit ihrer gemeinsamen Vergangenheit verbunden sind.

Während der Fahrt erzählen Paula und Helmut einander von ihren Verlusten. Paula erfährt, dass Helmut und Helga einen Sohn namens Christoph hatten, der als Kind ebenfalls ertrank. Helmut gibt sich die Schuld, weil er seinem Sohn nicht rechtzeitig das Schwimmen beigebracht hatte. Nach Christophs Tod trennten sich Helmut und Helga, blieben jedoch miteinander verbunden und verbrachten ihr weiteres Leben gemeinsam. Helmut glaubte lange, Helga mache ihn für das Unglück verantwortlich. Seine Geschichte zeigt Paula, dass Schuldgefühle auch dort entstehen können, wo niemand den Tod bewusst verursacht hat.

Paula spricht schließlich offen darüber, dass sie Tims Bitte abgewiesen hatte und deshalb überzeugt ist, als große Schwester versagt zu haben. Helmut widerspricht ihrer Vorstellung, sie hätte den Unfall mit Sicherheit verhindern können. Zugleich muss er sich mit seiner eigenen Schuld auseinandersetzen. Beide können den Verlust des jeweils anderen nicht ungeschehen machen, helfen einander aber, zwischen tatsächlicher Verantwortung und dem verzweifelten Wunsch nach einer nachträglichen Erklärung zu unterscheiden. Paula hört allmählich auf, jede Erinnerung an Tim ausschließlich mit seinem Tod zu verbinden. Sie kann wieder von ihm erzählen, ohne vollständig in ihrer Verzweiflung zu versinken.

Schließlich erreichen sie Helmuts südtiroler Heimatdorf und öffnen sein lange unbewohntes Elternhaus. Dort verschlechtert sich sein Zustand rasch. Alte Bekannte besuchen ihn, und ein pensionierter Landarzt erklärt Paula, wie sie ihm die letzten Tage erleichtern kann. Obwohl Paula Angst vor einem weiteren Verlust hat, entscheidet sie sich, bei Helmut zu bleiben. Anders als bei Tim läuft sie diesmal nicht vor dem Tod davon. Sie begleitet Helmut, bis er stirbt, und erlebt bewusst, dass Fürsorge nicht bedeutet, einen Menschen retten zu können, sondern auch darin bestehen kann, ihn nicht allein zu lassen.

Nach Helmuts Tod erfährt Paula, dass er ihr das Elternhaus, das Wohnmobil und Judy hinterlassen hat. Damit überträgt er ihr nicht nur seinen Besitz, sondern auch Verantwortung und eine Möglichkeit, ihr Leben neu zu ordnen. Paula fährt später mit dem Wohnmobil zu dem Ort am Meer, an dem Tim ertrunken ist. Dort verstreut sie Helmuts Asche, die verbliebene Asche Helgas und die Asche eines T-Shirts, das Tim ihr geschenkt hatte. Sie verabschiedet sich nicht von ihren Erinnerungen, sondern von dem Zustand, in dem der Tod ihr gesamtes Leben beherrscht hat. Am Ende ist ihre Trauer weiterhin vorhanden, doch sie kann sich Tim verbunden fühlen und zugleich wieder Zukunftspläne fassen. Bildlich hat sie den Grund des Marianengrabens verlassen und die Wasseroberfläche erreicht.

Automatisch erstellt am 12.08.2026, 01:53 Uhr.

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Vorstellung im Literaturkreis

Vorgestellt von Britta
25. Oktober 2023
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