Doris Dörrie
Das Freibad
Inhaltszusammenfassung
KI-generierter InhaltIn einem ausschließlich Frauen vorbehaltenen Freibad treffen während eines heißen Sommers Besucherinnen mit unterschiedlichen Vorstellungen von Freiheit, Selbstbestimmung und angemessenem Verhalten aufeinander. Die pragmatische Betreiberin Rocky versucht, den Badebetrieb aufrechtzuerhalten, während die Bademeisterin Steffi nicht nur für Sicherheit sorgen, sondern ständig Streit schlichten muss. Zu den Stammgästen gehören Eva und Gabi, zwei ältere Freundinnen, die beinahe jeden Tag auf der Liegewiese verbringen. Eva war früher eine erfolgreiche Schlagersängerin, musste ihre Karriere jedoch wegen zunehmender Gehörprobleme aufgeben. Sie versteht sich als Feministin und verteidigt entschieden die Freiheiten, die ihre Generation erkämpft hat. Zugleich lebt sie in finanziell unsicheren Verhältnissen, leiht sich regelmäßig Geld von Gabi und vermietet ein Zimmer an den jungen Nils.
Gabi ist durch ihren häufig abwesenden, wohlhabenden Ehemann Lothar materiell abgesichert, fühlt sich aber vernachlässigt. Ihre Aufmerksamkeit richtet sie deshalb vor allem auf ihren kleinen Hund Louis, den sie in einem Kinderwagen mit ins Bad bringt. Ihre Freundschaft mit Eva beruht auf langer Vertrautheit, wird jedoch durch Evas Geldprobleme und ihre Neigung, Konflikte zu provozieren, belastet. Beide betrachten das Freibad als ihr angestammtes Gebiet und reagieren gereizt auf neue Besucherinnen. Obwohl Eva sich für weltoffen hält, beurteilt sie andere Frauen nach deren Aussehen und Kleidung. Als die Studentin Yasemin in einem Burkini schwimmt, beschwert Eva sich bei Steffi. Da der Burkini nicht gegen die Badeordnung verstößt, bleibt die Beschwerde erfolglos. Eva zieht daraufhin demonstrativ ihr Bikinioberteil aus.
Yasemin trägt den Burkini aus eigener Entscheidung und versteht ihn als Ausdruck ihrer persönlichen Freiheit. Damit stößt sie nicht nur bei Eva, sondern auch bei ihrer Mutter Emine auf Unverständnis. Emine lebt getrennt von ihrem Mann, ist säkular eingestellt und genießt ihre neu gewonnene Unabhängigkeit. Sie meint, ihre Tochter gerade nicht zu religiöser Verhüllung erzogen zu haben. Gleichzeitig kann Emine nicht schwimmen, weshalb Yasemin versucht, es ihr im Freibad beizubringen. Als Verwandte aus der Türkei zu Besuch kommen, entsteht eine große, lebhafte Familiengruppe. Unter einem Kopftuch schmuggeln die Frauen auch den kleinen Mehmet ins Bad, obwohl männliche Besucher nicht zugelassen sind. Beim gemeinsamen Grillen geraten sie mit Eva und Gabi aneinander, die sich durch die Gruppe gestört fühlen.
Eine weitere Besucherin ist Paula, eine Kommilitonin Yasemins. Paula ist in Yasemin verliebt und sucht deshalb immer wieder ihre Nähe, erhält jedoch kaum die erhoffte Aufmerksamkeit. Wegen ihres Körpers fühlt sie sich unsicher; eine abfällige Bemerkung Gabis über ihre Figur verletzt sie zusätzlich. Paula freundet sich mit Kim an, einer trans Frau, die den Freibadimbiss betreibt. Kim wird von vielen Gästen selbstverständlich als Frau akzeptiert, doch die Frage, wer im Frauenbad als Frau gelten darf, führt ebenfalls zu Auseinandersetzungen. Kim versucht, zwischen den Gruppen zu vermitteln, und passt sich geschäftlich an die wechselnden Wünsche der Kundinnen an.
Die Spannungen verschärfen sich, als eine Gruppe wohlhabender muslimischer Frauen aus der Schweiz eintrifft. Die Frauen tragen Burkas und haben das Freibad entdeckt, weil es ihnen einen abgeschirmten Raum bietet, in dem sie unbeobachtet schwimmen und sich frei bewegen können. Kamila tritt als selbstbewusste Sprecherin der Gruppe auf. Die Schweizerinnen bringen ihre eigenen Gewohnheiten und Erwartungen mit und beanspruchen den Ort ebenso selbstverständlich wie die langjährigen Stammgäste. Kim verändert das Angebot des Imbisses, um ihnen entgegenzukommen. Dadurch fühlen sich Eva und Gabi weiter zurückgesetzt. Aus einzelnen Beschwerden über Kleidung, Essen, den Hund und die Nutzung der Liegewiese entsteht ein immer unübersichtlicherer Konflikt zwischen Besucherinnen, die jeweils ihre eigenen Regeln für selbstverständlich halten.
Steffi ist mit der Lage zunehmend überfordert. Statt ihre eigentliche Arbeit als Bademeisterin zu erledigen, muss sie ununterbrochen Diskussionen über Religion, Körper, Geschlecht und Badevorschriften führen. Als schließlich jemand in das Schwimmbecken defäkiert und Steffi auch dieses Problem beseitigen soll, kündigt sie entnervt. Weil kurzfristig kein Ersatz verfügbar ist, muss Rocky das Freibad schließen. Eva schlägt ihren Untermieter Nils als neuen Bademeister vor. Nils ist ein guter Schwimmer und nach einer gescheiterten Beziehung in die Stadt gekommen, um Abstand von seinem bisherigen Leben zu gewinnen. Da es keine andere geeignete Bewerbung gibt, stellt Rocky ihn ein und kann das Bad wieder öffnen.
Mit dem männlichen Bademeister entsteht jedoch ein neuer Grundkonflikt. Gerade jene Frauen, die das Freibad wegen seiner Abgeschlossenheit von Männern besuchen, fühlen sich durch Nils’ Anwesenheit ausgeschlossen. Die Schweizerinnen bleiben fern. Paula organisiert aus Solidarität einen „Girlkott“ und deutet die Einstellung von Nils als patriarchale Gewalt sowie das Fernbleiben der muslimischen Frauen als Folge antimuslimischer Ausgrenzung. Yasemin empfindet Paulas Auftreten jedoch als bevormundend, weil Paula über ihre Motive spricht, ohne sie ausreichend einzubeziehen. Zwischen den beiden kommt es zum Streit. Zugleich fühlt Yasemin sich zu Nils hingezogen und versucht, seine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Die persönlichen Beziehungen widersprechen damit zunehmend den festen politischen Positionen, die im Bad vertreten werden.
Bei einer weiteren Auseinandersetzung zwischen Eva, Yasemin, Emines Familie und den Schweizerinnen kommt es zu einem Handgemenge. Die Polizei wird gerufen und nimmt Eva fest. Gabi macht ihrer Freundin anschließend schwere Vorwürfe: Durch Evas ständige Provokationen sei das Freibad als gemeinsamer Zufluchtsort beinahe zerstört worden. Die Freundinnen brechen miteinander. Eva erkennt schließlich, wie sehr sie selbst zur Eskalation beigetragen hat. In einer Burka fährt sie mit dem Fahrrad zu Gabi und entschuldigt sich. Gemeinsam beschließen sie, nachts heimlich in das geschlossene Bad einzusteigen.
Dort entdecken Eva und Gabi, dass auch Kamila, Kim, Paula, Yasemin und Nils auf dieselbe Idee gekommen sind. Abseits des regulären Betriebs begegnen sich die zerstrittenen Gruppen erneut. Kim beschreibt das Freibad als zweite Heimat und als Schutzraum, den keine Gruppe allein für sich beanspruchen kann. Am folgenden Tag übernimmt Yasemin die Stelle der Bademeisterin. Dadurch können die muslimischen Frauen zurückkehren, ohne sich von einem männlichen Aufseher beobachtet zu fühlen, und das Frauenbad nimmt seinen Betrieb wieder auf. Nils bleibt als Mann zunächst ausgeschlossen, doch die übrigen Beteiligten haben eine vorläufige Lösung gefunden, die das gemeinsame Baden wieder ermöglicht.
Automatisch erstellt am 12.08.2026, 01:38 Uhr.
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