Musa Okwonga
Es ging immer nur um Liebe
Inhaltszusammenfassung
KI-generierter InhaltEin namenloser britischer Schriftsteller mit ugandischen Wurzeln verlässt London und zieht nach Berlin. Erzählt wird in der zweiten Person: Der Erzähler spricht sich selbst als „du“ an und betrachtet dadurch sein Leben zugleich aus unmittelbarer Nähe und mit einer gewissen Distanz. Er ist nach Berlin gekommen, um neu anzufangen, aber auch, um zu verschwinden und seiner bisherigen Geschichte zu entkommen. Die Stadt erscheint ihm zunächst als verheißungsvoller Ort, an dem er freier leben, schreiben und lieben kann. Bald erkennt er jedoch, dass er seine Ängste und Erinnerungen mitgebracht hat und ein Ortswechsel allein sie nicht beseitigt.
In Berlin baut er sich ein neues Leben auf. Er arbeitet als freier Autor, findet Freundinnen und Freunde, spielt Fußball und bewegt sich durch eine internationale, kreative Szene. Er erkundet die Stadt, ihre Cafés, Straßen, Wohnungen und langen Nächte. Dabei entwickelt er zu Berlin eine widersprüchliche Beziehung. Die Stadt bietet ihm Gemeinschaft und aufregende Begegnungen, bleibt aber zugleich kühl, unberechenbar und abweisend. Sein unsicheres Einkommen verstärkt dieses Gefühl. Obwohl seine journalistischen Texte öffentliche Aufmerksamkeit erhalten und gesellschaftliche Debatten mitprägen, verdient er damit nicht immer genug. Er zweifelt zunehmend daran, ob er sein Talent nutzt und ob das Schreiben eine tragfähige Lebensentscheidung war.
Besonders belastet ihn die Suche nach Nähe. Eine Frau, die er liebt, beendet die Beziehung während eines gemeinsamen Restaurantbesuchs, noch bevor sein Essen serviert wird. Die Trennung hinterlässt ihn verzweifelt und einsam. In der folgenden Zeit versucht er, über Verabredungen, sexuelle Begegnungen und neue Bekanntschaften wieder Halt zu finden. Manche Kontakte wecken kurzzeitig Hoffnung, führen jedoch nicht zu der dauerhaften Intimität, nach der er sich sehnt. Zurückweisungen nimmt er als Bestätigung seiner Selbstzweifel wahr. Er fragt sich, ob sein Körper, sein Aussehen oder seine dunkle Haut ihn unerwünscht machen, und erkennt zugleich, dass seine Angst vor Verletzlichkeit echte Nähe erschwert.
Auch außerhalb seines Liebeslebens wird ihm seine Hautfarbe ständig bewusst gemacht. Auf der Straße und in öffentlichen Verkehrsmitteln erlebt er feindselige Blicke und rassistische Angriffe. Seine Veröffentlichungen lösen Beschimpfungen und Drohungen im Internet aus. Angesichts rechtsextremer Aufmärsche und rassistischer Gewalt fragt er sich, in welchen Teilen der Stadt er sich noch sicher bewegen kann. Die politische Entwicklung in Großbritannien verschärft seine Entfremdung zusätzlich. Früher verstand er sich selbstverständlich als Brite; nun erlebt er, wie er immer häufiger auf einzelne Merkmale wie „afrikanisch“, „dunkelhäutig“ oder „Migrant“ reduziert wird. Auch Homophobie gehört zu den Gefahren, die sein Sicherheitsgefühl beeinträchtigen.
Unter diesen gegenwärtigen Belastungen liegt ein Verlust aus seiner Kindheit. Der Vater des Erzählers war ein angesehener Chirurg. Er kehrte während des ugandischen Bürgerkriegs in das Herkunftsland der Familie zurück und starb dort bei einem Hubschrauberabsturz, als sein Sohn noch ein kleines Kind war. Der Erzähler hat den Tod nie verarbeitet. Je näher sein vierzigster Geburtstag rückt, desto stärker beschäftigt ihn, dass sein Vater ungefähr in diesem Alter gestorben ist. Seit Jahren fürchtet er den Augenblick, in dem er älter sein wird, als der Vater jemals wurde. Zugleich vergleicht er die Leistungen des Vaters mit seinem eigenen unsteten Leben und hält sich für unzulänglich.
Die verschiedenen Ängste verdichten sich zu einer Depression. Der Erzähler schläft weinend ein, verliert Zuversicht und wird von bedrohlichen Vorstellungen verfolgt. In einem Traum muss er vor weißen Neonazis fliehen, nachdem diese zwei seiner Schwarzen Freunde getötet haben. Schließlich beginnt er eine Therapie bei Dr. Oppong. Der Therapeut nimmt nicht nur den frühen Verlust des Vaters ernst, sondern verbindet die persönlichen Ängste seines Patienten mit den geschichtlichen und gesellschaftlichen Belastungen, denen Schwarze Menschen ausgesetzt sind. Er bezeichnet dieses Gewicht als „Schwarze Schwerkraft“. Nach seiner Vorstellung bewahren Orte Erinnerungen an vergangene Grausamkeiten, die in der Gegenwart weiterwirken.
Dr. Oppong erscheint als sachlicher Therapeut, ist zugleich aber für spirituelle und übernatürliche Zusammenhänge offen. Seine Methoden werden von anderen als Voodoo abgetan, doch für den Erzähler bieten die Gespräche einen Zugang zu Erfahrungen, die er bisher nicht ordnen konnte. Der Therapeut hilft ihm zu erkennen, dass er sich stark auf sein öffentliches Bild, seine beruflichen Leistungen und die Erwartungen anderer konzentriert hat. Er fordert ihn auf, sich um sein privates Selbst zu kümmern, die eigene Gesellschaft auszuhalten und nicht länger allen Menschen gefallen zu wollen. Der Erzähler beginnt zu verstehen, dass Selbstfürsorge keine Belohnung für Erfolg ist, sondern eine Voraussetzung dafür, weiterleben und Beziehungen eingehen zu können.
Nach Abschluss der Therapie entscheidet er sich zu einer Reise, die er lange vermieden hat. Er fliegt nach Uganda und fährt in den äußersten Norden des Landes, in das Heimatdorf seines Vaters nahe der Grenze zum Sudan. Die Reise führt ihn aus seinem Berliner Alltag in eine Umgebung, die zugleich fremd und mit seiner Familiengeschichte eng verbunden ist. Er begegnet Verwandten und sieht seine Mutter nach langer Zeit wieder. Dabei wird ihm auch der Abstand zwischen seinem vergleichsweise privilegierten, wenn auch finanziell unsicheren Leben in Europa und den Lebensbedingungen vieler Menschen in Uganda bewusst.
Im Mittelpunkt des Aufenthalts steht der Besuch am Grab seines Vaters. Der Erzähler nähert sich damit erstmals unmittelbar dem Verlust, der sein Leben geprägt hat. Vor seinen Angehörigen hält er eine Rede, in der er über den Vater, die Familie und seine eigene jahrelange Flucht vor dem Schmerz spricht. Schließlich kann er weinen und die Trauer zulassen, die er lange zurückgehalten hat. Die Reise beseitigt weder die Vergangenheit noch alle Unsicherheiten, doch sie verändert sein Verhältnis zu ihnen. Er erkennt, dass er nicht dauerhaft vor Verlust, Ablehnung und Angst davonlaufen muss.
Als er das Dorf verlässt und die Rückfahrt nach Kampala beginnt, empfindet er eine neue Ruhe. Heimat ist für ihn nicht mehr ausschließlich London, Berlin oder Uganda, sondern entsteht aus der Verbindung zu anderen Menschen und aus der Bereitschaft, sich selbst anzunehmen. Die Suche nach romantischer Liebe, beruflicher Anerkennung und einem sicheren Ort war immer auch die Suche nach einem liebevolleren Verhältnis zu sich selbst und zur eigenen Geschichte. Am Ende fühlt er sich nicht von allen Problemen befreit, aber nicht länger vollständig von ihnen beherrscht. Er kann die Reise fortsetzen, ohne seine Vergangenheit weiterhin verleugnen zu müssen.
Automatisch erstellt am 12.08.2026, 01:29 Uhr.
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