Katharina Poladjan
Zukunftsmusik
Inhaltszusammenfassung
KI-generierter InhaltDer Roman spielt innerhalb eines einzigen Tages, des 11. März 1985, in einer nicht näher bezeichneten sibirischen Stadt weit östlich von Moskau. Am Vortag ist der sowjetische Generalsekretär Konstantin Tschernenko gestorben. Aus den Radios erklingt Chopins Trauermarsch, doch die Bewohner einer heruntergekommenen Kommunalka wissen noch nicht, dass Michail Gorbatschow die Führung übernehmen und eine neue politische Phase beginnen wird. Sechs Mietparteien teilen sich in der Gemeinschaftswohnung Küche, Bad und Toilette. Im Mittelpunkt stehen vier Generationen einer Familie, die gemeinsam in einem Zimmer leben: die pensionierte Hebamme Warwara Michailowna, ihre 45-jährige Tochter Maria Nikolajewna, die fast 21-jährige Janka und deren dreijährige Tochter Kroschka.
Janka beendet am frühen Morgen ihre Nachtschicht in einer Glühbirnenfabrik. Die eintönige Arbeit besteht aus immer gleichen Handgriffen, doch im Rhythmus der Maschinen entwirft sie Texte und Melodien. Sie möchte Sängerin werden und betrachtet die Fabrikarbeit lediglich als Übergang. Öffentliche Auftritte ihrer Gruppe sind vom Kulturkomitee abgelehnt worden, weshalb sie für den Abend ein privates Konzert in der Küche der Kommunalka organisiert hat. Zu diesem sogenannten Kwartirnik werden Freunde und möglicherweise sogar ein einflussreicher Gast aus der Leningrader Musikszene erwartet. Jankas Gitarre ist jedoch kaputt, weil ihr Freund Andrej betrunken auf das Instrument getreten ist. Pawel hat versprochen, Ersatz zu beschaffen.
Andrej und Pawel kommen beide als Vater von Kroschka infrage. Das Kind wurde nach einer gemeinsamen Nacht am Fluss gezeugt. Andrej wollte Janka zu einem Schwangerschaftsabbruch bewegen und bestreitet seine mögliche Vaterschaft. Pawel wäre bereit gewesen, die Verantwortung zu übernehmen, doch Janka lehnte ein gemeinsames Familienleben ab. Sie wollte weder heiraten noch sich in eine konventionelle Rolle fügen. Ihre Entscheidung bindet sie allerdings an den ohnehin überfüllten Haushalt ihrer Mutter und Großmutter. Maria wünscht sich inzwischen, dass Janka heiratet und auszieht, nicht zuletzt weil sie die räumliche Enge kaum noch erträgt. Zugleich bewundert sie heimlich die Ausdruckskraft der düsteren Lieder ihrer Tochter.
Maria bringt Kroschka in den Kindergarten und geht anschließend zu ihrer Arbeit im Museum für Natur- und Völkerkunde. Der Museumsbetrieb ist weitgehend erstarrt: Der Direktor hat den Verstand verloren, Ausstellungen werden nicht mehr erneuert, und die Beschäftigten vertreiben sich die Zeit. Maria ertappt zwei Kollegen in einer Umarmung und verliert sich wie so oft in Tagträumen. Sie sehnt sich nach Liebe, westlicher Kleidung und einer Reise nach Abchasien, hat sich aber weitgehend mit ihrem Leben eingerichtet. Ihr Mann Boris verschwand Jahre zuvor in den sibirischen Wäldern, nachdem Warwara bei der Familie eingezogen war. Maria wartet nicht mehr auf seine Rückkehr, empfindet jedoch ihre Beziehungen zu Mutter und Tochter als belastend und glaubt, bei Jankas Erziehung versagt zu haben.
Warwara musste ihre eigene Wohnung räumen, nachdem ihr Mann Kolja plötzlich gestorben war und die Behörden ihm nachträglich dissidentische Bestrebungen vorgeworfen hatten. Obwohl sie offiziell pensioniert ist, arbeitet sie weiterhin auf der Entbindungsstation. An diesem Tag hilft sie der 18-jährigen Anita bei der Geburt ihres Sohnes Gabriel. Die junge Mutter fühlt sich überfordert und fragt Warwara, ob sie das Kind nehmen könne. Warwara weist sie entschieden darauf hin, dass sie selbst Verantwortung übernehmen müsse. Hinter Warwaras resolutem Auftreten steht ein eigenes Bedürfnis nach Nähe. Am Nachmittag schleicht sie in das Zimmer des Nachbarn Ippolit Iwanowitsch Kosolapij. Er ist Schlafwagenschaffner und mit seiner Kollegin Ljubow Maximowna verheiratet, doch zwischen ihm und Warwara besteht eine heimliche Liebesbeziehung.
Eine weitere zentrale Figur der Kommunalka ist der 54-jährige Matwej Alexandrowitsch. Er lebt mit seinem alten Kater Gagarin in einem winzigen Zimmer und bewahrt seine Besitztümer in mehr als sechzig selbst gebauten und genau beschrifteten Kästen auf. Auch den Alltag der Gemeinschaft möchte er durch Regeln ordnen; so beanstandet er, dass ein Küchentisch drei Zentimeter länger ist als erlaubt. Seine Pedanterie und seine Loyalität zum sowjetischen System verdecken eine verletzliche Vergangenheit. Als Student schrieb er Liebesgedichte, wurde von einem Freund denunziert und wegen angeblich moralzersetzender Schriften exmatrikuliert. Später durfte er zurückkehren und arbeitet nun als Assistent in einem geheimen Forschungsinstitut.
Dort betreut Matwej Versuche, bei denen Menschen in einer Zentrifuge extremen Beschleunigungskräften ausgesetzt werden. Einer der Probanden, ein Student, stirbt während des Experiments, obwohl die medizinischen Untersuchungen keine Auffälligkeiten gezeigt hatten. Matwej versucht sich damit zu beruhigen, dass der Teilnehmer über das Risiko informiert gewesen sei, fühlt sich aber schuldig. Sein Vorgesetzter schickt ihn nach Hause. Aufgewühlt sucht Matwej Maria im Museum auf, weil sie der einzige Mensch ist, von dem er sich verstanden fühlt. Statt über den Todesfall zu sprechen, hört er Marias Klagen über Janka zu. Später kümmert er sich um Kroschka und gerät dabei zwischen Maria und Janka, deren unausgesprochene Konflikte offen hervorbrechen.
Am Abend füllt sich die Gemeinschaftsküche mit Gästen. Weil Jankas Ersatzgitarre noch fehlt und sie vor ihrem Auftritt zurückschreckt, singt zunächst Andrej. Schließlich erscheint Pawel mit einem Instrument. Er zählt Janka verschiedene Möglichkeiten auf: Sie könnte Erfolg haben, unverstanden bleiben, in der Provinz festsitzen oder durch das nicht genehmigte Konzert Schwierigkeiten bekommen. Trotzdem kann sie sich nicht entschließen, vor die Wartenden zu treten. In einer surrealen Wendung bittet Pawel sie, ihn bei einer künftigen Reise nach Paris mitzunehmen, öffnet das Fenster und fliegt davon.
Als Janka schließlich mit der Gitarre in den Korridor tritt, herrscht plötzlich Aufbruchsstimmung. Die Bewohner tragen Koffer, Bücher und Töpfe hinaus. Angeblich soll das Haus abgerissen oder umgebaut werden; Genaueres weiß niemand. Im Durcheinander verlassen auch Jankas Angehörige und Nachbarn die Wohnung, ohne sie mitzunehmen. Nachdem es still geworden ist, geht Janka allein durch den Korridor. Hinter einer bisher unbekannten Tür entdeckt sie eine warme Landschaft mit dem schwarzen Fluss, der erleuchteten Fabrik, Schneeresten und blühenden Kirschbäumen. Sie empfindet das Glück einer Genesenden und sieht die geheimnisvollen Karisen, ebenfalls Bewohner der Kommunalka, zwischen den Hügeln fortziehen. Der Roman endet in diesem offenen Augenblick zwischen Verlassenwerden und möglichem Neubeginn.
Automatisch erstellt am 12.08.2026, 00:47 Uhr.
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