Juli Zeh

Über Menschen

Inhaltszusammenfassung

KI-generierter Inhalt
Hinweis: Diese Zusammenfassung wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell freigegeben.

Die 36-jährige Dora lebt mit ihrem Freund Robert und ihrer kleinen Hündin Jochen der Rochen in Berlin-Kreuzberg. Sie arbeitet erfolgreich als Werbetexterin, während Robert als Journalist für eine Onlinezeitung tätig ist. Schon vor der Corona-Pandemie hat sich Robert immer stärker dem Klimaschutz verschrieben und verlangt auch von Dora, ihr Leben konsequent danach auszurichten. Mit Beginn der Pandemie steigert sich sein Engagement zu einem strengen Sicherheitsdenken. Er verfolgt Infektionszahlen, fordert weitgehende Einschränkungen und kontrolliert Doras Verhalten. Im gemeinsamen Homeoffice beansprucht er weiterhin das Arbeitszimmer, während Dora am Esstisch arbeiten muss. Als er ihr auch die gewohnten Spaziergänge verbieten will, wird ihr die Enge der Wohnung und der Beziehung unerträglich.

Dora zieht deshalb allein mit Jochen nach Bracken, einem abgelegenen Dorf in der brandenburgischen Prignitz. Dort hat sie Ende 2019 heimlich ein ehemaliges Gutsverwalterhaus mit einem großen, völlig verwilderten Grundstück gekauft. Das Gebäude ist sanierungsbedürftig und kaum möbliert. Dora besitzt kein Auto, der Bus fährt nur selten, und selbst einfache Einkäufe werden zu einem organisatorischen Problem. Zunächst versucht sie, ihre Arbeit für die Berliner Werbeagentur vom Land aus fortzusetzen und zugleich mithilfe von Internetanleitungen den Garten zu bewältigen. Der Umzug verschafft ihr Abstand von Robert, konfrontiert sie aber mit Einsamkeit, finanzieller Unsicherheit und einer Umgebung, deren Regeln sie nicht kennt.

Ihr unmittelbarer Nachbar Gottfried Proksch, genannt Gote, stellt sich ohne Umschweife als „Dorf-Nazi“ vor. Der arbeitslose Tischler mit kahlgeschorenem Kopf lebt in einem Bauwagen neben seinem vernachlässigten Haus. Er besitzt noch einen Schlüssel zu Doras Gebäude, weil er sich um das lange leer stehende Anwesen gekümmert hat, und betritt es ungefragt, um ihr Möbel und ein Bettgestell zu bauen. Dora empfindet dieses Verhalten als übergriffig. Durch eine Internetrecherche erfährt sie außerdem, dass Gote nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung im Umfeld einer rechtsextremen Veranstaltung im Gefängnis war. Seine Frau hat ihn verlassen; die gemeinsame Tochter Franzi lebt normalerweise bei der Mutter in Berlin und hält sich nun zeitweise bei ihm auf.

Dora versucht zunächst, Distanz zu Gote und den anderen Dorfbewohnern zu bewahren. Das erweist sich jedoch als kaum möglich. Der hilfsbereite Heinrich, den sie R2-D2 nennt, unterstützt sie bei der Gartenarbeit, macht dabei aber rassistische Witze. Das schwule Paar Tom und Steffen betreibt einen Blumenhandel, beschäftigt portugiesische Studenten und bekennt sich dennoch zur AfD. Die alleinerziehende Sadie arbeitet nachts in einer Berliner Gießerei und versorgt Dora ungefragt mit Saatkartoffeln. Als Doras Werbeagentur einen wichtigen Kunden verliert und ihr kündigt, verschärfen sich ihre Geldprobleme. Tom und Steffen geben ihr daraufhin den Auftrag, einen neuen Internetauftritt für ihren Betrieb zu entwickeln. Dora erlebt in Bracken eine praktische Solidarität, die mit den politischen Ansichten und Umgangsformen vieler Einwohner in deutlichem Widerspruch steht.

Zwischen Dora und Gote entsteht allmählich eine eigenartige Nachbarschaft. Sie treffen sich regelmäßig an der Mauer zwischen ihren Grundstücken, rauchen gemeinsam und sprechen miteinander. Gote fährt Dora zum Baumarkt, hilft ihr beim Einrichten und arbeitet mit anderen Dorfbewohnern an ihrem Haus. Zugleich äußert er sich abfällig über Ausländer und Homosexuelle und reagiert gelegentlich aggressiv. Dora verharmlost seine Überzeugungen nicht, kann ihn jedoch zunehmend auch als hilfsbereiten Nachbarn, begabten Holzschnitzer und liebevollen Vater wahrnehmen. Besonders Franzi, die sich eng mit Jochen anfreundet, sucht häufig Doras Nähe. Dora übernimmt für das vernachlässigte Mädchen immer mehr Verantwortung, und zwischen den drei Figuren entsteht eine fragile Gemeinschaft.

Eines Tages findet Dora Gotes Pick-up im Straßengraben. Zunächst vermutet sie, er sei betrunken, doch er riecht nicht nach Alkohol und wirkt körperlich schwer beeinträchtigt. Dora ruft ihren Vater Joachim Korfmacher an, einen angesehenen Neurochirurgen, zu dem sie ein distanziertes Verhältnis hat. Er kommt nach Bracken, untersucht Gote und bringt ihn zur weiteren Diagnostik an die Berliner Charité. Dort wird ein unheilbares Glioblastom festgestellt. Gote ist nicht krankenversichert und hat nur noch kurze Zeit zu leben. Dora kauft die verschriebenen Medikamente, obwohl sie selbst kaum Geld besitzt, und bittet schließlich ihren Vater um finanzielle Unterstützung. Die Behandlung lindert vorübergehend Gotes Beschwerden und ermöglicht ihm, wieder an seinen Holzskulpturen zu arbeiten.

Die Dorfgemeinschaft veranstaltet ein Fest für den Kranken. Dora erlebt dabei, wie selbstverständlich die Bewohner trotz aller Unterschiede zusammenkommen. Dennoch lösen sich die Gegensätze nicht auf. Bei einem Ausflug mit Dora und Franzi zeigt Gote den früheren Hof seiner Familie, den diese nach der deutschen Wiedervereinigung wegen ungeklärter Eigentumsverhältnisse verlassen musste. Er erzählt auch von seiner Jugend und seiner Beteiligung an rechtsextremen Ausschreitungen. Als er seine Ansichten über Ausländer verteidigt, eskaliert das Gespräch. Dora erklärt wütend, sie sei besser als er, erkennt aber zugleich in diesem Anspruch auf moralische Überlegenheit eine Haltung wieder, vor der sie bei Robert geflohen ist. Die Freundschaft bleibt dadurch widersprüchlich: Dora kann Gotes Taten und Überzeugungen nicht akzeptieren, fühlt sich ihm und Franzi aber weiterhin verbunden.

Gote arbeitet schließlich eine ganze Nacht lang an einer hölzernen Wölfin, die seine bereits vorhandene Wolfsfigur und einen Welpen ergänzt. Kurz darauf fährt er mit hoher Geschwindigkeit und ohne erkennbare Bremsspur gegen einen Alleebaum und stirbt. Die Umstände deuten darauf hin, dass er seinen Tod selbst herbeigeführt hat. Franzis Mutter kommt nach Bracken und nimmt die widerstrebende Tochter mit nach Berlin. Dora bleibt zurück und organisiert mit Unterstützung ihres Vaters und der Dorfbewohner Gotes Beerdigung. Am Grab versammelt sich die Gemeinschaft, zu der Dora inzwischen gehört. Ihr Aufenthalt in Bracken hat weder die politischen Konflikte beseitigt noch eindeutige Antworten hervorgebracht. Dora hat jedoch gelernt, selbstständig zu handeln, Hilfe anzunehmen und Menschen in ihren widersprüchlichen Eigenschaften wahrzunehmen, ohne die Verantwortung für ihre Entscheidungen auszublenden.

Automatisch erstellt am 11.08.2026, 15:31 Uhr.

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Vorstellung im Literaturkreis

Vorgestellt von Andreas
27. Oktober 2021
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